Im März 2025 erhielt er den bosnischen Pass. Was jetzt noch fehlte, war die Zustimmung der Fifa. Janelt gab sich optimistisch, tauchte beim Mannschaftstraining in Brentford in einem bosnischen Retro-Trikot auf. Der NFSBIH aber war skeptischer. Im Mai desselben Jahres erklärte Nationaltrainer Barbarez, dass das Verfahren noch laufe. „Wir wussten von Anfang an, dass es schwierig werden würde“, so der ehemalige Torjäger.
Das Problem: Zum Zeitpunkt seiner letzten Länderspiele für die U21 des DFB im Alter von 23 Jahren hatte Janelt nur den deutschen Pass. Nach Fifa-Regularien wird ein Verbandswechsel in einem solchen Fall nur bis zum Alter von 21 Jahren anerkannt. Der NFSBIH hoffte dennoch auf eine Ausnahme, musste sich aber weiter gedulden.
Letzter Ausweg Straßburg
Auch im Herbst 2025 gab es noch immer keine Freigabe seitens der Fifa. Barbarez sprach in einer Pressekonferenz dann noch von einem „Joker“, den der NFSBIH noch hätte. „Das ist der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg. Wir glauben, dass wir hier Erfolg haben können.“ Die Zeit drängte, schließlich stand die WM im darauffolgenden Sommer bevor. Und Bosnien-Herzegowina löste im November das Ticket für die Play-offs.
Doch auch im März, als es dann in den Play-offs um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft ging, fehlte Janelt im bosnischen Aufgebot. Immer noch keine Freigabe der Fifa, immer noch keine Entscheidung des EGMR. Beides sollte auch nicht mehr folgen. Vitaly Janelts Traum von der WM 2026 mit Bosnien-Herzegowina platzte im Juni.
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In einem Interview mit dem bosnischen Sender Radio Sarajevo sagte Sergej Barbarez vor wenigen Wochen: „Seit mehr als sechs Monaten liegt unser Antrag beim EGMR. Eine Antwort haben wir nie erhalten.“ Der NFSBIH gab Vitaly Janelt daraufhin grünes Licht, sollte der neue deutsche Bundestrainer Jürgen Klopp ihn nominieren. Und so kam es auch. Barbarez bedankte sich bei Janelt für dessen Loyalität. „Er hat für uns wirklich fast zwei Jahre geopfert und seine internationale Karriere auf Eis gelegt. Er hatte einen außergewöhnlichen Willen“, so der bosnische Nationaltrainer. „Wir standen stets in offenem Austausch, und ich habe ihm immer die Tür offengelassen, falls es nicht klappen sollte.“
Durch eben jene Tür ging Janelt nun mit seiner Zusage an Jürgen Klopp für den zweiten Länderspielblock in der Nations League. Jetzt steht der defensive Mittelfeldspieler vor seinen ersten Auftritten in einer Nationalmannschaft. „Das ist mit die letzte Chance für mich, bei dem einen oder anderen großen Turnier dabei zu sein“, sagte er am Dienstag. 2028 findet die Europameisterschaft in Großbritannien und Irland statt. Es wäre nahezu ein Heimturnier für Janelt – und der Lohn für jahrelange harte Arbeit und viel Geduld.