Norwegen ist bei der WM das neue Belgien

Obendrein hat Europa den Vorteil, dass neben etablierten Größen wie Frankreich und Spanien immer auch Emporkömmlinge in die tiefen Runden vorstoßen. Kroatien hatte zuletzt bei mehreren Turnieren eine goldene Generation am Start und wurde 2018 Vizeweltmeister und 2022 Dritter.

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Quelle: MagentaTV

Belgien konnte zwar dem großen Hype nie entsprechen, spielte aber mit Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Thibaut Courtois des Öfteren wie ein Team mit Außenseiterchancen auf den Titel. Nun sind es die Norweger, die Furore machen und bereits ein alterndes Brasilien ausschalten konnten. Die Schweizer manövrieren sich zudem immer in die K.-o.-Phase, auch wenn ihnen die normalerweise notwendige Talentdichte etwas abgeht. So vergisst man beinahe, dass mit Italien zum dritten Mal in Folge eine klassische Fußballnation gar nicht dabei ist.

Zeitgleich haben sich die Hoffnungen in manchen außereuropäischen Ländern nicht erfüllt. In den Neunzigern, als erstmals der Abgesang auf den europäischen Fußball angestimmt wurde, wurden etwa Kamerun und Nigeria zunehmende Aufmerksamkeit zuteil. Beide Nationen hatten damals einige vielversprechende Talente, und Nigeria mit über 200 Millionen auch eine beeindruckende Einwohnerschaft. Doch weder Nigeria noch Kamerun haben bislang etwas gerissen und nahmen dieses Jahr nicht einmal an der WM teil.

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Über die Vorhersagen, dass die USA irgendwann „Soccer“ für sich entdecken und die Fußballwelt erobern würden, ist bereits jahrzehntelange geschrieben worden. Doch auch für dieses Heimturnier brachten die Vereinigten Staaten ein mittelprächtig talentiertes Team an den Start. Von Bevölkerungskolossen wie China und Indien brauchen wir erst gar nicht zu sprechen. Und selbst Japan, das immerhin hochprofessionelle Strukturen und eine Fußballkultur besitzt, welche unter anderem von Brasilianern beeinflusst wurde, bleibt stets in der Rolle des vermeintlichen Überraschungsteams. Seit der Heim-WM 2002 hat Japan keine K.-o.-Partie mehr gewonnen.

Andere Nationen profitieren von europäischen Talenten

Trotzdem stellt sich die Frage, was die Europäer weiterhin besser als der Rest der Welt machen, wenn wir einmal Argentinien und Brasilien ausklammern. Der größte Vorteil ist und bleibt die Ausbildung der Spieler an den zahlreichen Jugendakademien auf dem Kontinent. Es gibt auf dem Festland nahezu keinen Ort, in dem ein Junge aufwachsen könnte, ohne dass sich in erreichbarer Nähe eine hochwertige Akademie befinden würde. Die taktische und technische Schulung ab der U11 oder U13 ist in der Breite heute besser denn je. Und aufgrund des relativen Wohlstands ist es fast jedem Kind erlaubt, einmal das Fußballspielen auszuprobieren. Ganz wenige fallen komplett durchs Raster.

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