Peene-Werft in Wolgast

Fregatten-Stopp: Schwesig macht Druck auf Pistorius

25.06.2026 – 12:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Manuela Schwesig und Boris Pistorius: Sie wirbt für eine neue Perspektive für die Peene-Werft in ihrem Bundesland. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Bernhard Herrmann/imago)

Der Bund stoppt den Bau der Fregatten des Typs F126. Für die Peene-Werft in Wolgast und ihre Beschäftigten steht nun viel auf dem Spiel.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist nach dem Projekt-Aus für die Fregatte F126 nach eigenen Angaben im direkten Austausch mit Verteidigungsminister und SPD-Parteikollegen Boris Pistorius. „Wenn der Bau der Fregatte F126 nicht vollendet werden kann, dann sollte die Peene-Werft am Bau der neuen Fregatten beteiligt werden. Darüber habe ich mit dem Verteidigungsminister gesprochen“, sagte Schwesig der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei gut, dass es neue Perspektiven für die Peene-Werft Wolgast gebe. An der guten Arbeit der Männer und Frauen dort habe es nicht gelegen, dass die F126 nicht weitergebaut werden könne, so Schwesig weiter. „Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit dem Verteidigungsminister und der Peene-Werft.“ Pistorius habe schon in Rostock und in Wismar unterstützt und werde dies auch in Wolgast tun. Die Peene-Werft sei mit ihren Arbeitsplätzen wichtig für ganz Vorpommern.

Das Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, das milliardenteure Rüstungsprojekt für sechs Fregatten des Typs F126 zu beenden. Damit werde auf erhebliche Verzögerungen sowie absehbare Kostensteigerungen und Risiken reagiert, teilte das Ministerium in Berlin mit.

Visualisierung der eigentlich geplanten Fregatte F126: Das Projekt wurde kurzfristig von Verteidigungsminister Boris Pistorius eingestellt. (Quelle: Bundeswehr/Damen Naval)

Das zunächst als Generalunternehmer beauftragte niederländische Unternehmen Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) habe zeitliche und finanzielle Rahmenbedingungen nicht einhalten können, so das Ministerium. Die erste Fregatte mit einer sogenannten Anfangsbefähigung hätte Mitte 2028 geliefert werden sollen, die folgenden Schiffe bis 2033.

CDU: Wismar und Wolgast berücksichtigen

Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Fraktionschef Daniel Peters bezeichnete die angekündigte Kehrtwende beim Fregattenprojekt F126 als harten Schlag für den Industriestandort Vorpommern. Viele Beschäftigte hätten auf die langfristige Beteiligung an diesem Großprojekt gesetzt und bräuchten jetzt schnell Klarheit über die weiteren Planungen. „Wer Milliardeninvestitionen umsteuert, trägt auch Verantwortung für die Regionen, die von diesen Entscheidungen unmittelbar betroffen sind“, so Peters.

Grundsätzlich sei es richtig, dass neue Fregatten für die deutsche Marine auch auf deutschen Werften gebaut werden sollten und so die nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gestärkt werde. Es müsse aber sichergestellt werden, dass im Zuge der Vergabe an das Unternehmen TKMS dessen Standort Wismar ausreichend bedacht werde, so dass zumindest ein Teil der Wertschöpfung im Land bleibe.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version