Vertuschung befürchtet
Anklage gegen Epstein-Vertraute
22.10.2026 – 02:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein hat ein juristisches Nachspiel. Ein US-Bundesstaat erhebt nun Anklage gegen zwei Männer, die jahrelang eng mit dem verstorbenen Millionär zusammenarbeiteten.
Der Generalstaatsanwalt von New Mexico hat Anklage gegen zwei frühere Vertraute des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein erhoben. Betroffen sind ein ehemaliger Anwalt und ein Buchhalter Epsteins, denen vorgeworfen wird, dessen Straftaten und Menschenhandel über Jahre hinweg ermöglicht zu haben. Beide bestreiten bislang jede Beteiligung.
Der Anklageschrift zufolge soll der Anwalt Schweigegeldzahlungen an Opfer organisiert haben. Dem Buchhalter wird vorgeworfen, Epsteins Missbrauchstaten unter anderem durch die Abwicklung von Ausgaben für Dessous, Friseurbesuche und Arzttermine unterstützt zu haben. Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Beide Angeklagten hätten davon profitiert, heißt es in der Klageschrift.
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Generalstaatsanwalt Raúl Torrez erklärte, Ziel der Klage sei es, zu verhindern, dass die beiden Männer finanziell von Epsteins Nachlass profitierten. Sie sind Testamentsvollstrecker seines Nachlasses und verwalten einen Treuhandfonds mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Es dürfe keine Ausschüttung von Epsteins verbliebenem Vermögen an Menschen wie die beiden Angeklagten geben, sagte Torrez. Er warf ihnen vor, an „einem der schlimmsten kriminellen Netzwerke der jüngeren amerikanischen Geschichte“ beteiligt gewesen zu sein. „Wenn irgendjemand Anspruch auf eine Entschädigung aus Jeffrey Epsteins Nachlass hat, dann sind es die Opfer seiner Taten.“
Die Justizbehörden in New Mexico hatten zu Beginn des Jahres angekündigt, die Ermittlungen zu mutmaßlichen Straftaten Epsteins wieder aufzunehmen. Ursprünglich waren sie 2019 auf Antrag der Staatsanwaltschaft des Southern Districts in New York eingestellt worden. Im Mittelpunkt steht Epsteins sogenannte „Zorro-Ranch“, auf der es der Anklageschrift zufolge über 20 Jahre lang zu sexuellem Missbrauch und Menschenhandel gekommen sein soll. Die Ermittlungen dazu dauern an.