Berliner Starpianist
Igor Levit startet eigenes Label mit klarer Botschaft
22.10.2026 – 05:39 UhrLesedauer: 1 Min.
Der Pianist Igor Levit geht neue Wege in der Musikbranche. Mit einem eigenen Label will er Künstlern mehr Freiraum geben – und setzt dabei auf eine Haltung.
Der Berliner Pianist Igor Levit hat ein eigenes Plattenlabel gegründet. Es trägt den Namen „No Silence“ und soll Künstlern ermöglichen, ihr Werk so selbstbewusst wie möglich zu veröffentlichen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.
Auf der Internetseite des Labels beschreibt Levit sein Vorhaben: Er wolle ein Netzwerk schaffen, das Künstler dabei unterstützt, ihr eigenes Werk in die Welt hinauszutragen. „“No Silence‘ ist nicht einfach Label, „No Silence‘ ist Haltung. Für Schönheit, für Mut, gegen Konformismus, gegen Extremismus, für Menschlichkeit“, schreibt der 1987 in der damaligen Sowjetunion geborene Musiker dort.
„Damit Kunst funktioniert, muss sie alles sagen dürfen.“
Im „Tagesspiegel“ äußerte sich Levit auch zu seiner Sicht auf den aktuellen Kulturbetrieb: „Wir erleben einen Diskurszusammenbruch, was die Kunst angeht. Überall die Frage, welches Bild hängen darf, welches nicht. Was förderfähig ist, was nicht. Was man sagen darf, was nicht.“ Für ihn steht fest: „Damit Kunst funktioniert, muss sie alles sagen dürfen.“
Was ihn bei Kollegen und in seiner eigenen Arbeit antreibe, beschrieb Levit so: Ihn interessiere das „Freie, Unbedingte, Explosive, zugleich Seriöse. Das suche ich auch bei Kollegen und das möchte ich mit „No Silence‘ fördern.“
Das Label startet mit drei Alben. Lukas Sternath, ein ehemaliger Schüler von Levit, legt sein Debütalbum mit Werken von Schubert und Liszt vor. Außerdem erscheinen Erik Saties „Vexations“ sowie Beethovens „Eroica“ in Franz Liszts Klaviertranskription, ergänzt um Schönbergs „Ode to Napoleon“.