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Gesundheit

Schilddrüsenunterfunktion: Diese Nahrungsergänzungsmittel sind riskant

wochentlich.deBy wochentlich.de13 August 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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L-Thyroxin bei Schilddrüsenunterfunktion

Nahrungsergänzungsmittel können Risiko sein


13.08.2026 – 15:57 UhrLesedauer: 2 Min.

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Eine Frau nimmt eine Tablette ein (Symbolbild): Ob sich Nahrungsergänzungsmittel in Kombination mit Medikamenten vertragen, sollten Betroffene vorab beim Arzt erfragen. (Quelle: eternalcreative/getty-images-bilder)

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Wer bei einer Schilddrüsenunterfunktion trotz L-Thyroxin noch Beschwerden hat, greift womöglich zu Nahrungsergänzungsmitteln. Doch Experten warnen vor Risiken.

Viele Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) nehmen täglich L-Thyroxin ein. Das künstlich hergestellte Hormon ersetzt das körpereigene Thyroxin (T4), welches der Organismus teilweise in das aktive Schilddrüsenhormon T3 umwandelt. Es hilft, schilddrüsenbedingte Beschwerden wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder eine Gewichtszunahme zu lindern.

Doch nicht immer verschwinden alle Symptome so, wie von den Patienten erwartet. „Trotz ausreichender Substitution mit L-Thyroxin kann es vorkommen, dass einige Beschwerden bestehen bleiben“, sagt Lars Möller von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). „Betroffene sind dann oft verunsichert und suchen im Internet Rat – und geraten mitunter an Nahrungsergänzungsmittel, denen eine Wirkung auf Schilddrüsenhormone zugeschrieben wird“.

Keine Belege für angebliche Unterstützung

Die DGE rät allerdings zur Vorsicht. Für viele beworbene Präparate fehle ein belastbarer Nachweis, dass sie tatsächlich helfen. Besonders kritisch sieht die Fachgesellschaft Produkte, die mit Aussagen zur Umwandlung von L-Thyroxin in das aktive Schilddrüsenhormon T3 werben.

„Für eine solche Behandlung gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis“, sagt Möller. Häufig werde behauptet, die Beschwerden entstünden durch eine gestörte Umwandlung von T4 in T3. Inhaltsstoffe wie Selen, Cholin oder Pflanzenextrakte sollen dann angeblich unterstützen. Aus Sicht der DGE ist das aber zu kurz gedacht.

Manche Stoffe könnten problematisch sein

Einige Inhaltsstoffe sind nicht nur möglicherweise wirkungslos, sondern könnten sogar nachteilig sein. Die DGE nennt etwa Silychristin, einen Stoff aus Mariendistel-Extrakten. Untersuchungen zeigen, dass er ein Transporteiweiß hemmen kann, das Schilddrüsenhormone in die Zellen bringt. Theoretisch könnten Beschwerden dadurch eher schlimmer werden als nachlassen.

Auch der Nährstoff Cholin (ehemals Vitamin B4) sollte nicht unkritisch eingenommen werden. So deutet etwa eine aktuelle Studie darauf hin, dass hohe Cholinwerte mit einem niedrigeren Schilddrüsenhormonstatus, einem erhöhten TSH-Wert und einem höheren Herz-Kreislauf-Risiko zusammenhängen könnten. „Eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer unkritisch“, betont Möller.

Beschwerden ärztlich abklären lassen

Wer trotz der Einnahme von L-Thyroxin weiterhin Beschwerden hat, sollte einen Arzt zurate ziehen. Dann lässt sich prüfen, ob das Mittel richtig eingenommen wird, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bestehen oder sich die Schilddrüsenwerte verändert haben. Auch ob andere mögliche Ursachen für die Beschwerden infrage kommen, sollte ärztlich abgeklärt werden.

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