„Fortschrittsmonitor 2026“
Schafft Deutschland die Energiewende?
04.06.2026 – 12:22 UhrLesedauer: 3 Min.

Weg von fossiler Energie, hin zu erneuerbarer – so lautet das Ziel der Bundesregierung. Ein Bericht verrät, wie realistisch dieser Plan heute ist.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien (EE) in Deutschland kommt gut voran. Das ist das Ergebnis des aktuellen „Fortschrittsmonitors“ des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Demnach ist der Anteil an erneuerbarer Energie an der Gesamtstromerzeugung im Jahr 2025 auf 58,6 Prozent gestiegen und die Emissionen sind weiter gesunken. Der jährliche Bericht macht Mut, deckt aber auch Probleme auf.
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Insgesamt zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Sowohl bei der Gesamtstromerzeugung als auch beim Bruttostromverbrauch ist der Anteil erneuerbarer Energie gestiegen. Beim Bruttostromverbrauch lag der Anteil der Erneuerbaren 2025 bei 55,1 Prozent und damit knapp über dem Zielpfad. Bis 2030 muss dieser jedoch auf 80 Prozent ansteigen. Dass der Wert nur knapp über dem Zielpfad liegt, führt der Bericht auf die außergewöhnlich schwachen Windverhältnisse zu Beginn des Jahres 2025 zurück.
Drittes Rekordjahr in Folge
Laut dem Bericht zählt Photovoltaik (PV) zum klaren Wachstumstreiber. Hier wurden 2025 knapp 17,6 Gigawatt (GW) Leistung neu installiert – das dritte Rekordjahr in Folge. Somit stieg die Gesamtleistung von PV auf 118 GW. Die Zielvorgabe für 2030 liegt bei 215 GW.
Weniger positiv läuft es hingegen beim Windkraftzubau. Zwar wurden im vergangenen Jahr 4,6 GW an Leistung bei Onshore-Anlagen (Windkraft an Land) neu installiert. Doch damit liegt der Ausbau noch unter dem für 2025 angestrebten Zielpfad (8,6 GW). Bis 2030 sollen 115 GW durch Onshore erreicht werden.
Noch kritischer sieht es bei Offshore-Anlagen (Windkraft auf See) aus. 2025 wurden lediglich 0,5 GW neu installiert. Das ist deutlich weniger als für das Jahr angepeilt (3,5 GW) und liegt auch weit unter dem angestrebten Ziel in fünf Jahren (30 GW durch Offshore).
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Der BDEW mahnt: „Insgesamt ist eine weitere Stärkung des Ausbaus von Windenergie, Flexibilitäten und Netzen erforderlich, um die energiepolitischen Ziele verlässlich zu erreichen.“ Besonders wichtig sind laut dem Bericht Speicher, ein intelligentes Stromnetz (Smart Grids), Demand Shifting (Nachfrageverschiebung oder Lastenverschiebung) und ein bedarfsgerechter Netzausbau. Angesichts des geplanten Netzpakets von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) könnte dies jedoch schwierig werden, merken zahlreiche Branchenverbände und Umweltpolitiker an. Sie gehen von hohen Investitionsrisiken und einer Zubaublockade aufgrund der Pläne aus.