Sängerin greift Zoo öffentlich an
„Pfui!“ Sarah Connor rechnet mit Nürnberger Tiergarten ab
04.10.2026 – 04:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Sängerin macht ihrem Ärger über Delfine in Gefangenschaft Luft. Besonders den Nürnberger Zoo hat sie auf dem Kieker. Dieser hatte zuletzt Millionen Euro darin investiert.
Sarah Connor ist außer sich. In einer Instagram-Story nimmt die Sängerin den Nürnberger Tiergarten ins Visier. Als einer der wenigen Zoos in Deutschland hält dieser weiterhin Delfine in einem Aquarium. Das kann Connor nicht verstehen: „Pfui!! Hört endlich auf damit!!!!“, schreibt Connor. Weiter führt sie aus: „Es gibt keine artgerechte Haltung für Delfine in Gefangenschaft“.
Eigentlich wollte Connor aus Protest am Sonntag an einer großen Demonstration gegen Zoos teilnehmen, könne nun aber doch nicht vor Ort in Berlin dabei sein. Umso mehr hoffe sie, dass möglichst viele Menschen zu der Veranstaltung kämen.
Sarah Connor: „Es gibt keine artgerechte Haltung“
Der Aufruf passt zu Connors bisherigem Engagement. Die Sängerin setzt sich seit Jahren gegen die Haltung von Meeressäugern in Gefangenschaft ein. Bereits 2024 protestierte sie gemeinsam mit Peta in Berlin gegen die Haltung von Orcas und Delfinen. Im Fokus der seit Jahren schwellenden Tierschutzdebatte steht dabei auch der Nürnberger Zoo.
Denn dort hatte ausgerechnet die umstrittene Delfinlagune im April neu eröffnet, nachdem sie aufwenig saniert worden war. Für die Arbeiten am Außenbecken waren rund zwei Millionen Euro vorgesehen. Die Gesamtkosten für die Maßnahmen an der Lagune sollen sich nach Abschluss aller Arbeiten jedoch fast verdreifacht haben – auf 5,9 Millionen Euro.
Aktuell leben im Nürnberger Tiergarten sieben Große Tümmler. Die Lagune besteht aus sechs Becken mit zusammen rund 5.400 Kubikmetern Meerwasser.
So äußert sich der Nürnberger Tiergarten zur Kritik
Der Tiergarten weist die grundsätzliche Kritik an seiner Delfin-Haltung zurück. Nach eigener Darstellung ermögliche die Anlage eine Haltung, die sich an den Bedürfnissen der Tiere orientiere. Die Nürnberger Einrichtung verweist außerdem auf Forschung und Artenschutz.
Delfine seien für den Tiergarten nicht nur Besuchermagnet, sondern auch „Botschafter“ für ihre Artgenossen in freier Wildbahn. Zudem würden mit den Tieren wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt. Der Tiergarten führt unter anderem Forschungsarbeiten zu Verhalten, Sinnesleistungen und den physiologischen Eigenschaften der Großen Tümmler an.
Auch die Frage, ob Delfine in Nürnberg unter Stress litten, beantwortet der Tiergarten anders als seine Kritiker: Er verweist auf Untersuchungen von Stresshormonen und erklärt, erste Ergebnisse hätten ein entspanntes Niveau gezeigt.
Zigtausende zur Demo am Sonntag erwartet
Obwohl Sarah Connor ihre Teilnahme an der Demo absagen musste, werden am Sonntag in Berlin mehrere Tausend Besucher erwartet. Die Veranstaltung wird von den Organisatoren als „größte Anti-Zoo-Demo der Welt“ beworben und soll von 12 bis 15 Uhr am Pariser Platz stattfinden.
