Nach Fusion mit Sky
RTL streicht erneut hunderte Stellen
17.09.2026 – 15:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Zuge der Fusion mit Sky Deutschland baut RTL weitere 500 Stellen ab. Der überwiegende Teil soll bereits 2026 wegfallen – betroffen sind beide Standorte.
RTL Deutschland hat am Donnerstag einen weiteren Stellenabbau angekündigt. RTL-Chef Stephan Schmitter informierte die Mitarbeitenden in einem internen Business-Update darüber, dass bis Ende 2027 rund 500 Stellen bei RTL und Sky wegfallen sollen. Der überwiegende Teil davon soll bereits im Jahr 2026 umgesetzt werden. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte die Pläne.
Hintergrund ist die laufende Integration von Sky Deutschland in den RTL-Konzern. Nach der Übernahme waren zwar bereits zahlreiche Führungspositionen neu geordnet worden – die Frage, wie die Strukturen beider Medienhäuser dauerhaft zusammengeführt werden, blieb jedoch lange offen. Nun liegt die Antwort auf dem Tisch.
Doppelstrukturen im Visier
Der Kern der Maßnahme: Bereiche, die nach dem Zusammenschluss doppelt vorhanden sind, sollen konsolidiert werden. „Doppelstrukturen werden abgebaut, Verantwortlichkeiten gebündelt und effizientere und zukunftsorientierte Entscheidungsprozesse geschaffen“, erklärte eine RTL-Sprecherin. Ziel sei es, innerhalb von drei Jahren jährliche Synergien von 250 Millionen Euro zu erzielen. Den größten Anteil daran soll die Optimierung von Inhalte- und Sachkosten liefern.
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Wichtig für die Einordnung: Bei den 500 betroffenen Stellen handelt es sich um sogenannte Vollzeitäquivalente (VZÄ). Da viele Beschäftigte in Teilzeit arbeiten, dürfte die Zahl der tatsächlich betroffenen Personen höher liegen. Beide Standorte – Köln und Unterföhring – sollen in ähnlichem Umfang vom Abbau betroffen sein.
Wut in Unterföhring, Routine in Köln
Betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Unternehmensangaben vermieden werden. Rund 150 Stellen entfallen durch auslaufende Verträge und nicht nachbesetzte offene Positionen. Darüber hinaus setzt RTL auf ein Freiwilligenprogramm: Mitarbeitenden werden demnach Abfindungen sowie Unterstützung bei beruflicher Neuorientierung und Umschulungen angeboten. Der Abbau erfolge „in enger Abstimmung mit den zuständigen Betriebsräten“, so die Sprecherin. Details sollen die Beschäftigten in den kommenden Wochen erhalten.
Die Reaktionen auf die Ankündigung fielen je nach Standort unterschiedlich aus, berichtet der Branchendienst DWDL. In Köln, wo man mit Restrukturierungen bereits Erfahrung hat, habe man sich gefasst gezeigt. In Unterföhring hingegen habe die Nachricht unmittelbar für „eine Mischung aus Wut und Verzweiflung“ gesorgt. Dass ein Stellenabbau im Zuge der Fusion kommen würde, galt zwar als absehbar – das nun benannte Volumen traf den Sky-Standort dennoch mit einiger Wucht.
Der aktuelle Schritt ist nicht der erste seiner Art. Erst Ende 2025 hatte RTL Deutschland im Rahmen des Programms „Shift 2026“ den bis dahin größten Stellenabbau der Unternehmensgeschichte angekündigt und im ersten Quartal 2026 umgesetzt. Dabei fielen bereits mehr als 600 Stellen weg – noch vor der kartellrechtlichen Freigabe der Sky-Übernahme. Zusammen mit den nun angekündigten 500 Stellen summiert sich der Personalabbau auf insgesamt rund 1.100 Jobs. RTL Deutschland verfolgt damit konsequent seinen Kurs, sich zum nach eigenen Angaben „führenden Medienunternehmen im deutschsprachigen Raum“ zu entwickeln.
