Bauchspeicheldrüsenkrebs

Verbreitete Trinkgewohnheit lässt das Risiko steigen


10.07.2026 – 14:33 UhrLesedauer: 2 Min.

Wein zum Essen (Symbolbild): Alkoholische Getränke gehören für viele Menschen zum täglichen Leben dazu. (Quelle: Sergii Kolesnikov/getty-images-bilder)

Die Hinweise, dass Alkoholkonsum nie harmlos ist, mehren sich: Eine neue große Studie zeigt, inwieweit er das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöht.

Eine in der Fachzeitschrift „International Journal of Alcohol and Drug Research“ veröffentlichte Übersichtsarbeit aus Kanada hat ergeben, dass bereits der regelmäßige Konsum von zwei kleinen Gläsern Bier oder Wein am Tag das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen könnte. Das untermauert die aktuelle Einschätzung, nach der selbst vermeintlich moderate Alkoholmengen gesundheitlich bedenklich sind.

Bisherige Ergebnisse teils uneinheitlich

Frühere Übersichtsarbeiten hatten teils uneinheitliche Zusammenhänge zwischen Alkoholkonsum und dem Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs geliefert. Daher hat ein Forschungsteam der University of Victoria in Kanada die Daten zahlreicher Langzeitstudien zusammengeführt und neu ausgewertet.

Neue Übersichtsarbeit sorgfältiger

In dieser neuen Übersichtsarbeit berücksichtigte das Forschungsteam neben dem Alkoholkonsum auch andere Faktoren, die das Krebsrisiko beeinflussen können – etwa das Alter, das Rauchverhalten oder die soziale Situation der teilnehmenden Personen. Zudem ging das Team bei der Arbeit sorgfältig vor und unterschied etwa, ob jemand erst seit einiger Zeit oder schon immer alkoholfrei gelebt hatte. All dies sollte eine möglichst zuverlässige Beurteilung der Ergebnisse gewährleisten.

Je mehr Alkohol, desto höher das Krebsrisiko

Die Analyse der Langzeitstudien zeigte: Ab einer täglichen Alkoholmenge von mehr als 24 Gramm ist das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs deutlich erhöht – nämlich um 10 bis 30 Prozent. 24 Gramm Alkohol entsprechen ungefähr zwei kleinen Gläsern Wein, zwei kleinen Bieren oder zwei Schnäpsen.

Außerdem steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmender Alkoholdosis: Für jede Erhöhung der Trinkmenge um 10 Gramm Alkohol pro Tag errechnete das Forschungsteam einen Anstieg des Risikos um 2,4 Prozent im Vergleich zur vorherigen Dosis.

Keine schützenden Effekte nachgewiesen

Bei keiner Trinkmenge ergab sich auch nur die geringste Schutzwirkung gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs. Dies war bei einigen früheren Übersichtsarbeiten noch anders. Denn darin waren teilweise alle Personen als Nichttrinker behandelt worden, die zum Zeitpunkt der Studie alkoholfrei lebten – egal, ob dies erst seit einiger Zeit oder schon immer so war.

Eine solche Vorgehensweise kann die Ergebnisse verzerren, sodass der Eindruck eines schützenden Effekts bei geringem Alkoholkonsum entsteht oder das tatsächliche Risiko bei höheren Trinkmengen unterschätzt wird. Diese möglichen Fehler hat das Forschungsteam in seiner neuen Auswertung berücksichtigt.

Was die Ergebnisse bedeuten

Die Arbeit basiert auf Beobachtungsstudien. Ihre Ergebnisse sind somit kein Beweis dafür, dass Alkohol die Ursache für Bauchspeicheldrüsenkrebs ist. Sie liefern jedoch deutliche Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und der Erkrankung und stützen damit die Erkenntnis, dass jeglicher Alkoholkonsum Krebs begünstigen kann. Fachleute raten daher mittlerweile, am besten ganz auf Alkohol zu verzichten.

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