Sichtung in der Flensburger Förde
Buckelwal in Not hat Deutschland erreicht
Aktualisiert am 09.07.2026 – 13:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Wieder kämpft in der Ostsee ein Buckelwal ums Überleben. Nach Timmy im März ist einer Organisation zufolge nun Hartwin in deutschen Gewässern aufgetaucht. Wie geht es jetzt weiter?
Am 18. Juni wurde der auf den Namen Hartwin getaufte Buckelwal zum ersten Mal im Kattegat in der Ostsee gesichtet, seither näherte er sich immer weiter der deutschen Küste. Jetzt ist es so weit: Die Organisation „Stranded No More“ meldet eine Sichtung unmittelbar vor der deutschen Halbinsel Holnis.
Zuvor war Hartwin bereits mehrfach in der Flensburger Förde aufgetaucht, zunächst aber immer auf dänischer Seite. Nun liegt laut „Stranded No More“ auch eine bestätigte Sichtung in deutschen Gewässern vor. Am Nachmittag des 5. Juli wurde das Tier demnach ein gutes Stück südlich vom dänischen Ort Egernsund gesehen, wo es an dem Tag zuvor bereits einmal aufgetaucht war.
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Die Organisation „Stranded No More“ ist in Aufregung: Diejenigen, die dafür plädieren würden, das Tier in Ruhe zu lassen, hätten „wahrscheinlich schon vergessen, wie Buckli/Hope/Timmy“ monatelang durch die Ostsee irrte, bevor das Weibchen strandete. „Sobald Wale so tief in die Ostsee vordringen, schaffen sie es nie wieder lebend aus eigener Kraft heraus“, heißt es in einem Facebook-Beitrag von „Stranded No More“.
Experte: Hartwin hat keine Chance
Dieser Meinung sind auch Experten. Allerdings glauben sie auch nicht, dass Menschen noch viel für Hartwin tun könnten. Der Walexperte Heiko Buch-Illing hat die Überlebenschancen des Tiers generell als äußerst gering eingeschätzt. Der Buckelwal bewege sich auffällig langsam, das deute darauf hin, dass er bereits stark geschwächt sei. Auch die helle Haut zeige, dass es dem Tier nicht gut gehe. „Da gibt es keine Chance. Er wird sterben“, sagte Buch-Illing der Nachrichtensendung „Newstime“.
Der Buckelwal sei offensichtlich auf der Suche nach seichten Gewässern – wo er nicht die Kraft aufbringen müsse, zum Atmen an die Wasseroberfläche zu kommen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis er strande. Demnach sucht das Tier offenbar einen Ort, an dem es in Ruhe sterben kann.
Auch der Timmy genannte Buckelwal war gestrandet. Selbsternannte Walschützer hatten das Tier mehrfach befreit, teils mit immensem Aufwand. Das Ergebnis war jedoch stets dasselbe: Der Wal strandete erneut – und verendete schließlich in der ersten Maihälfte nach einer quälenden Odyssee in einer nichthochseetauglichen Stahlbarge und seiner Freisetzung vor Dänemark.
