„Müssen etwas loswerden“
Kölner Brauhaus widerspricht AfD-Aussagen
27.08.2026 – 08:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Reissdorf am Hahnentor meldet sich zu einer politischen Debatte zur Wort. In einem Statement widerspricht das Brauhaus der Rhetorik der AfD.
„Wir müssen mal etwas loswerden“ – mit diesen Worten beginnt ein Beitrag, den das Reissdorf am Hahnentor am Mittwoch in den Sozialen Medien veröffentlicht hat. Das Brauhaus am Rudolfplatz liegt seit sieben Jahren mitten in der Kölner Innenstadt, „genau da, wo viele betonen, dass das Leben immer unerträglicher wird“, heißt es weiter. Laut dem Brauhaus würden „ostdeutsche Politiker“ Köln als Beispiel für Städte nutzen, wo sie nicht leben wollten. Das stößt bei den Betreibern des Reissdorf am Hahnentor auf Unverständnis.
„Wir verschließen mitnichten die Augen, verwahrloste Obdachlosigkeit hat extrem zugenommen, Crack macht die Drogenabhängigen noch kranker„, räumt das Brauhaus zwar ein, aber das sei etwas, was auch in anderen Städten wie Hamburg, München, Düsseldorf und Frankfurt zu beobachten sei. Gleichzeitig würden jeden Tag 250 bis 350 Gäste das Brauhaus besuchen, die nach wie vor gerne in Köln und auch in der Innenstadt leben würden. „Hier sind täglich Touristen, die völlig offensichtlich komplett begeistert von unseren geliebten Heimatstadt und unserer Art zu leben sind“, so die Betreiber.
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Reissdorf am Hahnentor nennt Köln eine „liebenswerte Stadt“
Auch würden im Brauhaus Menschen verschiedener Nationalitäten arbeiten, was durch Respekt, Menschlichkeit und Miteinander „ganz hervorragend“ funktionieren würde. „Und auch die Ärmsten der Armen, die hier Tag für Tag betteln, sind in aller Regel freundlich und stören weder uns noch unsere Gäste“, stellt das Reissdorf am Hahnentor klar. Trotz der Probleme sei Köln noch immer eine „bunte, fröhliche und liebenswerte Stadt“, in der die Menschen gerne leben würden.
Das Reissdorf am Hahnentor bezieht sich in seinem Beitrag offenbar auf Ulrich Siegmund, AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt. Dieser hatte sich im Podcast „Ungeskriptet“ von Benjamin Berndt kritisch über Köln geäußert und behauptet, sich hier in vielen Stadtteilen nicht sicher gefühlt zu haben. Dies hatte Siegmund unter anderem mit der Anwesenheit von „Fremdsprachigen“ begründet.