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Politik

Punkrocker Jan „Monchi“ Gorkow bleibt dennoch in Jarmen

wochentlich.deBy wochentlich.de1 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Bringt es dann überhaupt etwas, mit den Leuten zu reden?

Weiß ich nicht. Aber würde es etwas bringen, sich in einer Großstadtblase einzuschließen und nicht zu reden? Ich lebe da, wo ich mir das gar nicht aussuchen kann. Wir machen hier dieses Fest und dann kommen Kids, deren Familien sicher nicht immer so ticken wie wir. Und die fragen, ob sie uns helfen können, bringen sogar noch Freunde mit. Das sind Momente, die mir Kraft geben. Ich denke dann: Dafür hat es sich gelohnt.

In Ihrem Buch prangern Sie das Konzept der Brandmauer an. Wie sieht das in Mecklenburg-Vorpommern aus?

Auf der gesellschaftlichen Ebene gibt es die Brandmauer nicht. Und auch auf kommunalpolitischer Ebene existiert sie nicht mehr. Ob ich das gut oder schlecht finde, ist dabei irrelevant. Ich lebe da, wo es egal ist, wie ich die Brandmauer finde. Wenn die AfD nicht an die Macht kommt, dann ist das gut. Ich will aber nicht so lange wie ein Kaninchen vor der Schlange sitzen und darauf hoffen, dass die Brandmauer nicht fällt.

Vergrößern des Bildes
Jan „Monchi“ Gorkow mit seinem Buch „Jenseits der Brandmauer“. (Quelle: Stefan Sauer/dpa)

Was könnte passieren, wenn sie endgültig fällt?

Das kann ich kaum beantworten. Die Lösung kann zumindest nicht sein, dass alle von hier abhauen. Das Erste, was wir auf dem „Wasted in Jarmen“-Festival dieses Jahr machen werden, ist ankündigen, dass wir es nächstes Jahr wieder machen – egal, wer dann in Schwerin an der Macht ist. Das ist auch ein Signal an die AfD.

Was wollen Sie der Partei damit sagen?

Wir sind hier, wir lieben es hier, wir sind hier am Start. Selbst wenn es stürmisch und der Ton rauer wird. Das muss die AfD verstehen. Die denken sich nämlich jetzt schon, dass sie sowieso gewonnen haben. Dass alle vor ihnen Angst haben. Das beflügelt diese Partei auch.

Mit dem Dorffestival und anderen Projekt nehmen Sie und die Band viele Dinge selbst in die Hand – „Machen statt meckern“ scheint das Motto zu sein. Hat nicht auch der Staat Verantwortung, ländliche Regionen zu fördern?

Manche staatliche Strukturen sind ganz klar dafür verantwortlich, dass einige Regionen in Deutschland ausbluten und vernachlässigt werden. Ich kann das auch offen ansprechen. Aber macht es das besser? Dann müsste ich auf Politiker, Parteien und auf Wahlen hoffen. Darauf, dass sie verstehen, dass Politik nicht nur für die Großstadt gemacht wird. Denn natürlich braucht es auch politische Konzepte, um etwa dem Ärztemangel entgegenzutreten. Ich will aber nicht darauf warten, dass der Staat alles für mich regelt. Das machen viele AfD-Wähler schon.

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