Newsblog zum Demo-Attentat

Prozessbeginn: Angeklagter macht bekannte Geste


Aktualisiert am 16.01.2026 – 10:57 UhrLesedauer: 3 Min.

Der Angeklagte Farhad N. sitzt zu Prozessbeginn im Prozesssaal mit erhobenen rechten Zeigefinger neben seinem Anwalt Ömer Sahinci. (Quelle: dpa/Peter Kneffel)

Rund ein Jahr nach dem Verdi-Attenat in München steht der Täter nun vor Gericht. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Prozess.

Der 13. Februar 2025 wird vielen Münchnern noch lange in Erinnerung bleiben. Es war ein ganz gewöhnlicher Donnerstagvormittag, an dem eine Gruppe von Demonstrierenden der Gewerkschaft Verdi durch die Münchner Innenstadt zog.

Rund 1.400 Teilnehmer waren gerade an der Kreuzung Seidlstraße und Nymphenburger Straße unterwegs, als ein damals 24-jähriger Afghane mit seinem Mini in die Menge fuhr. 44 Menschen wurden dabei teils schwer verletzt, eine Mutter und ihre zweijährige Tochter getötet. Am Oberlandesgericht (OLG) in München, unweit vom Ort des Geschehens, beginnt am Freitag, 16. Januar 2026, der Prozess gegen den 25-Jährigen. Die Anklage lautet auf Mord.

10.30 Uhr: Der Angeklagte, Farhad N., hebt zu Prozessbeginn den rechten Zeigefinger – eine verbreitete Geste unter Muslimen weltweit, die den Glauben an den einen und einzigartigen Gott symbolisieren soll. Wie der Vorsitzende Richter des 7. Strafsenats, Michael Höhne mitteilt, kommt es heute nicht zu einer Beweisaufnahme.

Die Anklage wird verlesen.

Farhard N. hört scheinbar emotionslos zu. Einzig ein nervöses Zucken seiner Finger und häufige Kopfbewegungen zeugen von einer Regung.

Auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortet N. mit starkem Akzent „ist gut“. Der Angeklagte saß seit dem 13. Februar ununterbrochen in Untersuchungshaft in der JVA in Straubing.

10.15 Uhr: Mit einer Verspätung von etwa 45 Minuten beginnt der erste Prozesstag. Grund dafür war der große Andrang und die damit verbundenen Einlasskontrollen im Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße, wie eine t-online-Reporterin berichtet.

Kurz vor Beginn führen acht Polizeibeamte den Angeklagten Farhad N. in den Saal.

N. trägt einen olivfarbenen Parka und hält sich einen roten Aktenordner vors Gesicht. Gekommen sind auch seine Verteidiger Johann Bund und Ömer Sahinci. Sahinci erlangte unter anderem Bekanntheit durch den sogenannten „Silvestermord-Prozess“, bei dem ein jahrelanger Cold Case mit einem Freispruch endete.

Vor dem Gebäude befand sich bereits eine meterlange Schlange an Zuschauern. Verhandelt wird im größten Saal des Landgerichts München I, wo auch der Prozess gegen den ehemaligen FC Bayern-Spieler Jérôme Boateng stattfand. Der Saal ist zu Prozessbeginn bereits gut gefüllt, hauptsächlich sollen Pressevertreter dort sein.

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