Beliebtes Ziel ab Bremen
Massenhaft Haie vor Borkum – Gefahr für Urlauber?
Aktualisiert am 23.09.2026 – 10:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Vor der beliebten Nordseeinsel Borkum haben Forscher ein bislang unbekanntes Hai-Gebiet entdeckt. Was bedeutet das für das Eiland und für Urlauber?
Vor der Insel Borkum haben Wissenschaftler des WWF eine bedeutende Entdeckung gemacht: Die Nordsee dort ist offenbar ein wichtiger Lebensraum für Hundshaie. Wie die Naturschutzorganisation mitteilte, wurde in dem Gebiet erstmals eine Zone identifiziert, in der sich regelmäßig Neugeborene und Jungtiere der Haiart aufhalten. Damit enthüllt das bei Bremer Urlaubern beliebte Küstengebiet ein bislang unbekanntes Kapitel der Meereswelt.
Der Hundshai gilt als Deutschlands größter Hai. Er kann bis zu zwei Meter lang werden und fast 45 Kilogramm wiegen. Für Menschen sind die Tiere jedoch ungefährlich – sie ernähren sich von Heringen, Sardinen und Krebsen. „Der Hundshai ist vom Aussterben bedroht und braucht dringend Schutz. Doch bisher genießt er in der EU keinerlei besonderen Schutzstatus“, sagt Heike Zidowitz, Haiexpertin beim WWF Deutschland.
WWF fordert mehr Schutz für bedrohte Art
Gefährdet ist die Art vor allem durch die Fischerei. Zwar gibt es eine wissenschaftliche Fangempfehlung, doch keine verbindlichen Fangquoten. Regelmäßig landen Hundshaie als Beifang in den Netzen, häufig liegen die Fangzahlen weit über den Empfehlungen der Meeresforscher.
Das sogenannte ISRA-Projekt („Important Shark and Ray Areas“, auf Deutsch: Wichtige Hai- und Rochengebiete) hat erstmals 124 bedeutende Gebiete für Haie und Rochen in Nordsee und Nordatlantik festgelegt. Dazu zählt auch die Region zwischen Borkum und den westfriesischen Inseln. Für den WWF ist klar: Diese Erkenntnisse müssen in konkrete Schutzmaßnahmen münden – etwa durch ein besseres Beifang-Monitoring und eine Aufnahme des Hundshais in die europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie.
Die niederländische Regierung hat bereits einen Aktionsplan für grenzüberschreitenden Schutz auf den Weg gebracht. Denn Hundshaie sind Wanderer der Meere: Von Helgoland aus ziehen sie bis in die Keltische See. Experten fordern nun, dass auch Deutschland seinen Beitrag leistet.
