Bekennerschreiben aufgetaucht
Anschläge auf Umspannwerke: Kölner Polizei startet Großeinsatz
Aktualisiert am 04.09.2026 – 15:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Täter aus NRW soll für die Sabotage an mehreren Umspannwerken und Kraftwerken verantwortlich sein. Seine Wohnung wird derzeit durchsucht.
Nach den Sabotageversuchen und Anschlägen auf mehrere Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg hat die Polizei einen mutmaßlichen Täter identifiziert. Unter Leitung der Kölner Polizei durchsuchen derzeit Einsatzkräfte aus Köln und Brandenburg eine Wohnung im nordrhein-westfälischen Gevelsberg, in der der mutmaßliche Verfasser eines Bekennerschreibens gemeldet ist.
Außerdem rücken die Einsatzkräfte zu weiteren Einrichtungen aus, die im Bekennerschreiben genannt sind. Der Einsatz beschränkt sich auf Nordrhein-Westfalen, wie die Staatsanwaltschaften Köln und Cottbus am Freitag (4. September) mitteilten. Erst in der Nacht hatte es an weiteren Kraft- und Umspannwerken Hinweise auf Sabotageversuche gegeben.
Anschläge auf Umspannwerke: Polizei-Großeinsatz in NRW läuft
Nach der Sabotage an einem Umspannwerk im brandenburgischen Jänschwalde hatte es in den vergangenen Tagen weitere entsprechende Aktionen im Bergheim bei Köln, unweit des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen, sowie in Rheidt und Dormagen gegeben. Am Freitag war ein Bekennerschreiben aufgetaucht, in dem sich ein Einzeltäter zu den Taten bekannt hatte. Zunächst hatten darüber der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.
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Der Mann behauptet in dem Schreiben, alleine gehandelt zu haben, „ohne jemals jemandem davon erzählt zu haben“. Außerdem schreibt er ausdrücklich, dass er ohne „Unterstützung aus der linken Szene“ gehandelt habe. Seine Taten seien Protest gegen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen, die aus seiner Sicht erhebliches Leid verursachen würde. Der Regierung wirft er fehlendes Handeln gegen die Klimakrise vor.
Bekennerschreiben: Mann aus NRW will Stromnetz sabotiert haben
Weil die Adresse des mutmaßlichen Verfassers im Schreiben hinterlegt war, konnten die Ermittler ihn offenbar identifizieren. Damit ist allerdings noch nicht geklärt, ob er wirklich für die Taten verantwortlich ist. Die Ermittlungen dauern an, bis zu einem möglichen Prozess oder Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Derweil hat die Polizei ein Hinweisportal in Nordrhein-Westfalen eingerichtet. Dort können Bürgerinnen und Bürger Informationen oder Dateien, die bei den Ermittlungen hilfreich sein könnten, mit den Behörden teilen. „Möglicherweise sind Spaziergängern im Bereich von Umspannwerken Personen oder Fahrzeuge aufgefallen. Von besonderem Interesse ist auch mögliches Bild- und Videomaterial“, heißt es seitens der Ermittler weiter.
Für Hinweise zum Fall in Brandenburg ist ein Hinweistelefon unter der Rufnummer 0331-505950 (rund um die Uhr erreichbar) geschaltet.