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Politik

Polizei hortet angeblich vernichtete Waffen

wochentlich.deBy wochentlich.de16 Dezember 2023Keine Kommentare3 Mins Read
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Polizei hortet angeblich vernichtete Waffen
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Nachdem mindestens 120 von den Behörden eingezogene Waffen nicht mehr auffindbar sind, wird bei einer Prüfung klar: Die Polizei hortet angeblich vernichtete Waffen.

Das Landeskriminalamt in Schleswig-Holstein hat ein Problem. Denn es sind Waffen weggekommen, für die das LKA die Verantwortung trägt. Diese Waffen stammen von einem Waffensammler aus Schwesing im Norden von Schleswig-Holstein. Mehr als 800 Gewehre hatte er in seiner Sammlung, bis die lokale Waffenbehörde ihm seine waffenrechtliche Erlaubnis 2018 entzog.

Die Waffen wurden im Frühjahr 2021 von der Waffenbehörde und dem Landeskriminalamt abgeholt. Eingelagert wurden sie dann teilweise im schlecht gesicherten Katastrophenschutzraum des Kreises und beim LKA. t-online-Recherchen belegen jetzt: Waffen, die eigentlich beim LKA lagern sollten, sind verschwunden.

Das ist bei einer Prüfung aufgefallen, die der Waffensammler Peter Frank, sein Anwalt und ein Sachverständiger durchführen konnten. Die Behörden reagieren schmallippig und streiten das Verschwinden ab. Doch t-online liegen Belege vor. Es ist nicht der erste Fall, in dem gefährliche Gegenstände aus dem Besitz des LKA verschwinden.

Sammler aus Leidenschaft

Peter Frank muss sich immer wieder Fragen gefallen lassen, warum er so viele Waffen gesammelt hat. Er ist Vorurteilen ausgesetzt, dass es nicht normal sei, das Sammeln von Gewehren als Hobby zu betreiben und manche vermuten hinter ihm einen verkappten Extremisten. Doch Peter Frank ist genau das Gegenteil davon: „Ich stehe auf dem Boden des Grundgesetzes, habe mir nie etwas zuschulden kommen lassen“, sagt er. Frank hat keine Vorstrafen. Schon im Kindesalter hätten Waffen ihn fasziniert. „Ich kam nicht mehr davon weg.“

Lob von Henry Kissinger

So kam er dann auch zur Bundeswehr, wo er bis zu seiner Pensionierung ein angesehener Soldat war. Viele Jahre lang war er für die Sicherheit der amerikanischen Atombomben in Deutschland verantwortlich. Er durchlief erfolgreich alle Sicherheitsüberprüfungen und wurde von dem kürzlich verstorbenen ehemaligen US-amerikanischen Außenminister Henry Kissinger persönlich für seinen Einsatz gelobt. Im aktuellen Streitfall um seine Waffensammlung fühlt er sich zu Unrecht von den Behörden in Schleswig-Holstein kriminalisiert.

Die Waffenbehörde Nordfriesland und das LKA nahmen Ihm im Frühjahr 2021 die Waffen weg, die er über Jahrzehnte gesammelt, geordnet und gepflegt hatte. Er soll gegen das Waffenrecht verstoßen haben und ist vor dem Amtsgericht in Husum angeklagt. Das Verfahren stockt seit Monaten, weil die Richterin nach Ansicht des Landgerichts befangen ist, Akten manipuliert wurden und auch Waffen verschwunden sind. Der Verbleib von mindestens 120 Waffen ist ungeklärt, seit die Behörden sie bei Frank sicherstellen ließen. t-online berichtete in der Vergangenheit ausführlich über den Fall und deckte Versäumnisse der Behörden auf.

Die neuen Erkenntnisse sind nun aber für die Behörden besonders brisant. Denn sie belegen eindeutig, dass Waffen aus ihrer Hand verschwanden und Akten fehlerhaft sind oder manipuliert wurden.

Es gab eine Liste mit Waffen, die, nachdem sie bei Frank abgeholt worden waren, noch im Landeskriminalamt in Kiel lagern sollten. Auf dieser Liste stehen 174 Waffen. Im Laufe der Zeit kam seit 2019 noch eine Waffe dazu, die später bei den Behörden „gefunden“ wurde. Da der Status von mehr als 120 anderen Waffen aber ungeklärt ist, drängten Frank und sein Anwalt darauf, die Waffen im LKA zu begutachten. Um zu überprüfen, ob die Liste stimmt, denn sie hatten den Verdacht, dass nach den ganzen Pannen im Verfahren auch hier Fehler passiert sind. Und sie sollten Recht behalten.

Mit Fotograf ins LKA

Ende November 2023 gingen sie zusammen mit einem Sachverständigen zum LKA in Kiel. Die Mitarbeiter dort seien freundlich gewesen. Geduldig hätten sie ihnen nach und nach die mehr als 170 Waffen von der Liste gezeigt, sagt Frank. Der Sachverständige dokumentierte fein säuberlich jede Waffe. Mit der laufenden Nummer, wie sie auf der Ausräumliste steht und der dazugehörigen Seriennummer, die in die Waffe eingraviert ist. Doch hier zeigten sich zahlreiche Ungereimtheiten.

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