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Politik

Polizei ermittelt gegen Polizisten: Wende im Waffenskandal

wochentlich.deBy wochentlich.de6 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Polizei ermittelt gegen Polizisten: Wende im Waffenskandal
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Neue Entwicklungen im Waffenskandal

Jetzt wird in den eigenen Reihen ermittelt


06.06.2026 – 17:20 UhrLesedauer: 5 Min.

Polizei (Symbolbild): Sie muss nun gegen sich selbst ermitteln.Vergrößern des Bildes

Polizei (Symbolbild): Sie muss nun gegen sich selbst ermitteln. (Quelle: Luca Field via www.imago-images.de/imago-images-bilder)

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Ein Sammler aus Schleswig-Holstein wurde beschuldigt, illegal Waffen hergestellt zu haben. Recherchen von t-online konnten massive Fehler in den Ermittlungen dokumentieren. Nun wird auch gegen einen ehemaligen Polizisten ermittelt.

Das Landeskriminalamt in Schleswig-Holstein ermittelt im Fall eines Waffensammlers aus Schwesing bei Husum nun auch gegen mindestens einen ehemaligen Polizisten. Dieser soll Akten manipuliert haben, aus denen hervorgehen könnte, wo sich einige der Waffenteile befinden.

Bei dem Waffensammler Peter Frank hatten Waffenbehörde und Landeskriminalamt im Jahr 2021 gut 1.000 Waffen sichergestellt. Sie warfen ihm vor, er habe illegal Waffen hergestellt und sei unzuverlässig – also nicht berechtigt, Waffen zu besitzen. Das Verfahren wurde eingestellt. Bei dieser Durchsuchung sind nach Recherchen von t-online mindestens 150 Waffen aus der Hand der Behörden verschwunden, auch Waffenteile fehlen. Genau diese Waffenteile stehen nun im Fokus neuer Ermittlungen.

Denn: Möglicherweise hat ein damals eingesetzter Polizeibeamter Aktenbestandteile, auf denen Asservate vermerkt waren, verschwinden lassen oder manipuliert. Auch die betreffenden Waffenteile sind nicht mehr auffindbar.

Die nun angelaufenen neuen Ermittlungen gegen den ehemaligen Polizisten sind ein Wendepunkt in dem Skandal um die verschwundenen Waffen. Für den Anwalt des Waffensammlers wird sich anhand dieser Ermittlungen zeigen, wie ernst die Staatsanwaltschaft die Aufklärung rund um die verschwundenen Waffen nimmt und wie genau sie auf mögliche Fehler der Beamten schaut.

Waffen für private Zwecke?

Man muss tatsächlich sehr genau hinschauen, um zu erkennen, dass die Strafakte im Verfahren gegen den Waffensammler Peter Frank offensichtlich manipuliert wurde. Peter Frank hat das getan und Anzeige erstattet – gegen diesen Polizeibeamten, mittlerweile außer Dienst. Der im Raum stehende Verdacht: Der Beamte könnte Waffenteile von Peter Frank für private Zwecke abgezweigt haben. Der konkrete juristische Tatvorwurf lautet: Verdacht der Urkundenfälschung.

Es geht bei all dem um Waffenteile, die Peter Frank legal besessen hatte. Bis die Waffenbehörde 2017 den Vorwurf erhob, Frank hätte illegal Waffen hergestellt. Frank hatte gut 1.000 Waffen in seiner Waffenkammer, galt als vorbildlicher Waffensammler, bis er eine Mail an die Waffenbehörde weiterleitete, in der er eine Mitarbeiterin der Waffenbehörde als „langsam“ betitelte. Diese war offenbar verärgert und ließ ihm die Waffen wegnehmen. t-online berichtete ausführlich über fehlerhafte Ermittlungen, Waffen, die aus der Hand der Behörden verschwanden, manipulierte Akten, befangene Richterinnen und darüber, dass die Polizei eine scharfe Waffe nicht als solche erkannte.

Wenn die Polizei oder die Waffenbehörde Waffen von einem Sammler konfisziert, dann müssen diese genaustens dokumentiert werden. Zu groß ist die Gefahr, dass Waffen oder Waffenteile verloren gehen, die später bei Straftaten eingesetzt werden könnten. Die Polizei will hier auf Nummer sicher gehen und legt daher großen Wert auf die Erstellung von Asservatenlisten.

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