Kosten des Personalausweises

Verband kritisiert Bund scharf: „Diese Erhöhung ist überzogen“


15.10.2025 – 11:48 UhrLesedauer: 3 Min.

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Ein Personalausweis der Bundesrepublik Deutschland (Symbolbild): Die Kosten für die Beantragung dürften künftig deutlich steigen. (Quelle: IMAGO/Rene Traut/imago)

Künftig soll der Personalausweis deutlich mehr kosten als bislang. Der Handelsverband findet das unfair – und kritisiert die Gebührenanhebung scharf.

46 Euro für einen neuen Personalausweis – so viel sollen Bürgerinnen und Bürger künftig zahlen, wenn es nach dem Bundesinnenministerium geht. Das entspricht einem Anstieg von satten 24 Prozent. Bislang waren es lediglich 37 Euro. Für Bürger unter 24 Jahren soll der „Perso“ weiter 22,80 Euro kosten. Begründet wird der Schritt mit gestiegenen Kosten – doch insbesondere aus dem Handel kommt scharfe Kritik.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor massiven Folgen für Verbraucher und Fotofachgeschäfte. „Diese Erhöhung ist überzogen und trifft die Menschen unverhältnismäßig stark“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth t-online. Die höheren Kosten seien nicht durch reale Kostensteigerungen gerechtfertigt. „Hier wird den Bürgern mehr abverlangt als nötig – und das ist schlicht unfair. Die Bundesregierung gefährdet mit dieser Politik den fairen Wettbewerb – und am Ende auch Arbeitsplätze“, so Genth.

Besonders kritisch sieht der Verband den Schritt vor dem Hintergrund, dass Behörden derzeit mit Fotoautomaten der Bundesdruckerei ausgestattet werden. Denn seit dem 1. Mai 2025 müssen für die Beantragung eines Personalausweises ausschließlich digitale biometrische Lichtbilder verwendet werden, das klassische Papierfoto wird nicht mehr akzeptiert.

Nach dem Personalausweisgesetz sollen Bürger eigentlich frei wählen können, wo sie das Passfoto für ihren Ausweis anfertigen lassen – bei privaten Anbietern wie Fotofachgeschäften oder Drogeriemärkten, oder direkt bei den Behörden. „Wer sich bewusst für ein Foto beim privaten Anbieter entscheidet, weil er dort bessere Qualität bekommt, wird trotzdem über die erhöhte Gebühr mittelbar an den Kosten für die Geräte der Bundesdruckerei beteiligt“, sagte er.

Verbandschef Genth geht sogar noch weiter: „Wenn jetzt alle die Technik der Bundesdruckerei mitbezahlen, ist das nichts anderes als eine versteckte Subvention“, so Genth. „Der Staat schafft sich damit selbst einen Wettbewerbsvorteil und drängt private Anbieter aus dem Markt. Das ist unfair gegenüber mehr als 1.000 Fotofachgeschäften in Deutschland.“ So dürfe Wettbewerb in einer sozialen Marktwirtschaft nicht funktionieren, kritisiert Genth.

Vervierfacht werden soll dem Verordnungsentwurf zufolge auch die Gebühr für einen von der Bundespolizei ausgestellten Reiseausweis als Passersatz – und zwar von acht auf 32 Euro. Diesen Notfall-Pass kann man sich von den Grenzbehörden – etwa am Flughafen – für drei Monate ausstellen lassen, wenn etwa kurz vor einer Reise auffällt, dass der Reisepass oder Personalausweis abgelaufen ist.

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