Waffengewalt in Berlin
Passant findet Maybach-Fahrer mit Schusswunde
06.09.2026 – 14:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Waffengewalt in Berlin hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen. In Berlin-Tempelhof ist nun ein Autofahrer offenbar von Schüssen getroffen worden.
In Berlin-Tempelhof ist in der Nacht auf Sonntag ein Mann mit Schussverletzungen in einem Auto gefunden worden. Ein Passant bemerkte den Wagen der Marke Mercedes-Maybach laut Polizei gegen 2.45 Uhr, als er quer zur Fahrbahn auf dem Gehweg der Gottlieb-Dunkel-Straße Ecke Eschersheimer Straße stand. Auf dem Fahrersitz fand der Passant demnach den verletzten 53-jährigen Mann, der eine Schusswunde aufwies.
Laut der „Bild“ soll mindestens eine Kugel die Frontscheibe des Wagens durchschlagen haben. Die Tatverdächtigen sind demnach auf der Flucht.
Alarmierte Rettungskräfte brachten das Opfer laut Polizei in ein Krankenhaus. Dort wurde der Mann den Angaben zufolge notoperiert.
Versuchtes Tötungsdelikt: Polizei sucht Zeugen
Die Mordkommission ermittelt jetzt wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes. Die Behörde bittet Zeugen, die Hinweise zu dem Vorfall geben können, sich zu melden. Sie fragt:
- Wer hat in der vergangenen Nacht gegen 2.30 Uhr im Bereich der Gottlieb-Dunkel-Straße Ecke Eschersheimer Straße verdächtige Beobachtungen gemacht?
- Wer hat dort Schüsse oder andere auffällige Geräusche wahrgenommen?
- Wer hat den beschriebenen Pkw oder Personen im unmittelbaren Umfeld beobachtet?
Informationen nimmt die Mordkommission des Landeskriminalamtes unter der Telefonnummer (030) 4664-911 666 oder per E-Mail an [email protected] entgegen. Hinweise können Menschen aber auch unter anderem an jeder Polizeidienststelle oder über die Internetwache abgeben.
Schusswaffengewalt in Berlin deutlich zugenommen
Die Schusswaffengewalt in Berlin hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Im Jahr 2025 registrierte die Berliner Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch, dazu zählen auch Drohungen ohne Schussabgabe. Nach Behördenangaben ist das ein Anstieg von 68 Prozent im Vergleich zu 2024.
Auch in diesem Jahr ist der Schusswaffengebrauch in Berlin ein Thema: Polizei und Staatsanwaltschaft richteten die Sondereinheiten „Ferrum“ (lateinisch für „Eisen“) und „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) ein. Insgesamt wurden in diesem Zusammenhang nach Behördenangaben 68 Haftbefehle erlassen (Stand: 13. August). Mehr als 600 Ermittlungsverfahren hat „Ferrum“ rund neun Monate nach Gründung eingeleitet.