Abschaffung und Reform

Wirtschaftsweise nimmt zwei Renten ins Visier


Aktualisiert am 29.08.2026 – 13:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Veronika Grimm (Archivbild): Die Wirtschaftsweise äußert sich deutlich zu den Plänen der Bundesregierung. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago-images-bilder)

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat sich erneut dafür ausgesprochen, dass neben der Abschaffung der abschlagsfreien Frührente auch das Aus der Mütterrente in Betracht gezogen werden sollte.

Nach Aussage der Wirtschaftsweisen Veronika Grimm stimmt „die Richtung“, die die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz bei den Reformen eingeschlagen hat. Dennoch seien ihrer Einschätzung nach nicht „alle Möglichkeiten ausgeschöpft“ worden.

Die Wirtschaftsweise plädiert im Interview mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) dafür, dass die Koalition aus CDU und SPD bei der Rente weitergehen müsse. Neben der Abschaffung der „Rente mit 63“ sprach sich die Ökonomin für die Rücknahme der Mütterrente und eine Reform der Witwenrente aus.

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Mütterrente und Witwenrente abschaffen

Die Mütterrente selbst kostet den Staat jährlich 13,5 Milliarden Euro. Zudem ließ die Wirtschaftsexpertin offen, wie eine Reform der Witwenrente ihrer Ansicht nach aussehen könnte.

Der Wirtschaftsweise Martin Werding hatte jüngst sogar die Abschaffung der Witwenrente gefordert, da sie seiner Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß sei, weil Frauen sich heute selbst versorgen könnten. Die Witwenrente koste die deutsche Rentenkasse „fast 50 Milliarden Euro“ im Jahr, das sei ein Achtel der Gesamtausgaben, erklärte der Wirtschaftsweise seine Forderung weiter.

Prof. Martin Werding setzte sich bereits für die Abschaffung der Witwenrente ein. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/imago)

Neben Mütterrente sieht Grimm Potenziale und kritisiert Agenda

Während die Forderung nach einem Aus der Mütterrente und die Reform der Witwenrente immer wieder von den Wirtschaftsweisen deutlich gemacht wird, sieht Grimm auch bei der Gesundheitsreform noch Potenziale. Besonders eine Krankenhausreform steht bei der Ökonomin im Mittelpunkt, ohne aber genauere Details zu nennen, wo sie mögliche Einsparungen sieht.

Allerdings machte Grimm im Interview mit dem RND auch deutlich, dass es weiterhin an einigen Stellen hakt. „Eine Konsolidierung des Haushalts ist noch keine Wachstumsagenda“, sagte sie und bemängelte, dass ihrer Ansicht nach die Reformen mit Blick auf das Wachstum teils sogar in die falsche Richtung gingen. „Der Bundeshaushalt läuft aus dem Ruder. Nachhaltiges – also von der Privatwirtschaft getragenes – Wachstum ist nicht in Sicht.“ Das gehe massiv auf Kosten der jungen Generation, bemängelte die Ökonomin weiter.

Die Wirtschaftsweise kritisiert einige Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)
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