Konzern senkt Prognose

Nach Hiobsbotschaft: VW-Aktie bricht ein

18.09.2026 – 19:42 UhrLesedauer: 3 Min.

Oliver Blume: Er ist Vorsitzender der Volkswagen AG. (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)

VW senkt die Gewinnprognose um Milliarden und schreibt vor allem auf die Porsche-Beteiligung ab. An der Börse rutscht die Aktie deutlich.

Eine Milliardenabschreibung auf die Sportwagentochter Porsche, die anhaltende Marktschwäche in China, die Kosten für den Konzernumbau und der Trend zu margenschwachen Elektroautos lassen den Gewinn bei Europas größtem Autobauer Volkswagen abschmelzen. Das Unternehmen kappte am Freitag seine Prognose und traut sich 2026 nur noch eine operative Umsatzrendite von gerade einmal einem Prozent zu – statt der bislang angenommenen vier bis 5,5 Prozent.

Finanzchef Arno Antlitz sagte in einem Reuters vorliegenden Intranetbeitrag, es seien mehrere Effekte zusammengekommen. Bereinigt um die Sondereffekte läge die operative Rendite bei rund vier Prozent und damit am unteren Ende der Prognosespanne. „Aber auch das ist nicht ausreichend, um kraftvoll in die Zukunft investieren zu können.“ An der Börse in Frankfurt gingen die Aktien 5,6 Prozent schwächer aus dem Handel.

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Der Hauptgrund für die Prognosesenkung ist die Abschreibung auf den Wert der Porsche-Beteiligung. Das allein macht rund sechs Milliarden Euro aus. Porsche habe seine Mittel- und Langfristplanung aktualisiert und Volkswagen über die Eckdaten informiert, sagte Antlitz. VW zufolge rechnet der Sportwagenbauer mittelfristig mit einer Prognose von zehn bis 15 Prozent. Ein Porsche-Sprecher sagte dazu, Porsche halte unverändert an der mittelfristigen Ambition für die operative Rendite fest. Einzelheiten wolle das Unternehmen bei einem Kapitalmarkttag am 7. Oktober erläutern.

Geschäft in China bricht ein

Porsche steckt in der Krise, weil das Geschäft in China einbricht, die erhöhten US-Zölle belasten und sich die enormen Investitionen in Elektroautos nicht auszahlen. Bis zum Rekordhoch vor drei Jahren mit rund 320.000 verkauften Autos hatte das Unternehmen einen Boom erlebt. Doch seither sank der Absatz immer schneller, und die Margen der ehemaligen Cash-Cow von Volkswagen sind unter Druck. Porsche-Chef Michael Leiters will mit dem Abbau Tausender Arbeitsplätze gegensteuern.

Die Marken Volkswagen und Audi leiden zudem unter der Schwäche auf dem chinesischen Markt. Der weltweit größte Automarkt steckt in einer tiefen Krise, der Absatz auf dem Gesamtmarkt brach um ein Fünftel ein. Antlitz sagte, eine Konsolidierung sei nicht in Sicht. „Diesem Trend können wir uns nicht entziehen.“ Zugleich drängten die chinesischen Hersteller mit ihren günstigen Exporten nach Europa und erhöhten so den Preis- und Wettbewerbsdruck.

Derzeit werden vor allem Hybridautos aus der Volksrepublik nach Europa importiert, nachdem Elektroautos mit Zusatzzöllen belegt wurden. EU-Zölle auf Hybridfahrzeuge sind im Gespräch, aber noch nicht beschlossen. Die Nachfrage nach Elektroautos legt zwar in Europa zu, beflügelt von staatlichen Kaufanreizen und den hohen Spritpreisen seit Ausbruch des Iran-Kriegs. Derzeit verdiene Volkswagen mit diesen Autos aber noch nicht so viel Geld wie mit Verbrennern, sagte Antlitz.

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