Eilmeldung
Durchsuchungen in NRW bei mutmaßlichen Neonazis
Aktualisiert am 06.05.2026 – 07:20 UhrLesedauer: 1 Min.
In Nordrhein-Westfalen werden Wohnungen mutmaßlicher Neonazis durchsucht. Im Fokus der Ermittler steht die Gruppe „Jung und Stark“.
Seit dem frühen Mittwochmorgen laufen in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen richten sich die Einsätze in acht Städten des Landes gegen die rechte Gruppierung „Jung und Stark“. Insgesamt gibt es demnach zehn Beschuldigte, allesamt deutsche Staatsangehörige. Einer von ihnen sitzt bereits wegen eines anderen Verfahrens in Untersuchungshaft.
An den Ermittlungen war neben den Polizeibehörden auch das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligt. Die Sicherheitsbehörden beobachten seit geraumer Zeit, dass sich in NRW und anderen Bundesländern neue rechtsextreme Jugendgruppen formieren, die zunächst vor allem über soziale Netzwerke und Chats aktiv waren.
Hintergrund der aktuellen Maßnahmen ist eine zunehmende Zahl von Gewalttaten durch teils sehr junge Neonazis. Bundesweit sorgten zuletzt Angriffe auf Veranstaltungen zum Christopher Street Day (CSD) für Aufsehen. Das Bundeskriminalamt erklärte Mitte 2025, dass seit dem Vorjahr verstärkt neue rechte Jugendgruppen auftreten, die zunehmend auch durch Straftaten, Störaktionen und öffentliche Aufmärsche auffallen.
Als größte dieser Gruppierungen gilt nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden „Jung und Stark“, der ein mittlerer dreistelliger Anhängerkreis zugerechnet wird. Auch andere Gruppen wie „Deutsche Jugend Voran“, „Der Störtrupp“ und die „Letzte Verteidigungswelle“ stehen im Fokus der Ermittler. Mitglieder der „Letzten Verteidigungswelle“ müssen sich derzeit wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht in Hamburg verantworten.
