Neun Filialen in Berlin

Gewerkschaft erhebt Vorwürfe gegen vegane Donut-Kette


19.11.2025 – 18:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Geschäftsführerin Jessica Jeworutzki im Jahr 2022 (Archivbild): Das Unternehmen weist alle Vorwürfe der NGG zurück. (Quelle: Sergej Glanze/imago)

Eine bekannte Donut-Kette in Berlin ist mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Das Unternehmen reagiert – und spricht von „falschen Behauptungen“.

Erst Anfang November haben Mitarbeiter der bekannten Kette Brammibals Donuts in Berlin gestreikt. Denn die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Ost erhebt schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. Im Zentrum der Kritik steht die Mitgliedschaft der Donut-Kette im Bundesverband der Systemgastronomie (BDS). Laut NGG soll die Beitrittsankündigung während des Streiktages veröffentlicht worden sein.

Im BDS sind nach Angaben der NGG auch große Fast-Food-Ketten wie McDonald’s und Burger King vertreten. Mit dem Eintritt gelte für die Brammibals-Beschäftigten dann der Tarifvertrag des Verbands, der „Löhne nah am aktuellen Mindestlohn“ festlegt, so die Gewerkschaft weiter. Gewerkschaftssekretär Alex Korte sagte: „Ein Tarifvertrag für globale Fast-Food-Konzerne hat in einer lokalen, handwerklichen und veganen Donut-Bäckerei nichts verloren“.

Weiter seien Mitarbeitende mit „häufigen Kündigungen in der Probezeit, falschen Versprechungen und schlechten Aufstiegschancen“ konfrontiert, so die NGG. Sie fordert einen Einstiegslohn von 15,60 Euro pro Stunde sowie die Zahlung eines Weihnachtsgeldes.

Die Gewerkschaft wirft Brammibals außerdem vor, als Reaktion auf den Streik Benefits für die Mitarbeiter gestrichen zu haben. Zudem soll das Unternehmen das Ziel verfolgen, durch die Mitgliedschaft im BDS das Streikrecht umgehen zu können. Denn mit der Mitgliedschaft wird Mitarbeitern das Streiken untersagt.

Brammibals Donuts weist alle Vorwürfe auf Anfrage der Berliner Lokalredaktion von t-online zurück. Demnach trat das Unternehmen bereits vor dem ersten Streik, am 6. November, in den BDS ein. Daher sei der Eintritt keine Reaktion auf den Streik gewesen. Der Streikaufruf der Gewerkschaft am 12. November sei deswegen „rechtswidrig“ gewesen. Insgesamt wirft die Donut-Kette der Gewerkschaft vor, „falsche Behauptungen“ aufzustellen.

Die Kritik an der Mitgliedschaft bei der BDS weist Brammibals von sich. Der darin geltende Vertrag sei kein „Billiglohn-Tarifvertrag“, heißt es seitens des Unternehmens. Die Löhne liegen demnach „deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn, mit festgelegten und regelmäßigen Steigerungen“.

Laut Brammibals verdienen die Mitarbeiter beim Einstieg 13,50 Euro. Den Vorwurf der Gewerkschaft, dass für die Brammibals-Beschäftigten dann der Tarifvertrag des BDS mit „Löhnen nah am aktuellen Mindestlohn“ gelte, nennt das Unternehmen „objektiv falsch“.

Der gesetzliche Mindestlohn liegt derzeit bei 12,82 Euro. Hinzu kommen laut Brammibals noch Trinkgeld und Zuschläge. Zudem würden die Benefits für die Mitarbeiter auch nach dem Streik noch gelten. Auch die Vorwürfe der schlechten Aufstiegschancen und häufig auftretenden Kündigungen während der Probezeit bezeichnet das Unternehmen als falsch.

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