Das Ende der Markentreue
Sattes Minus: VW laufen die Käufer weg
08.05.2026 – 07:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Im April schrumpften die VW-Neuzulassungen um fast sieben Prozent, während chinesische Hersteller dreistellig wachsen. Jedes vierte neu zugelassene Auto fährt inzwischen elektrisch.
Während chinesische Hersteller mit dreistelligen Wachstumsraten in die Statistik drängen, verzeichnete VW im April 2026 fast sieben Prozent weniger Neuzulassungen als ein Jahr zuvor. Elektroautos erreichen erstmals einen Anteil von einem Viertel aller Neuzulassungen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA).
Demnach wuchs der Gesamtmarkt im April um 2,7 Prozent. Die deutschen Hersteller profitierten davon jedoch kaum. Im Gegenteil: VW verzeichnete ein Minus von 6,7 Prozent. BMW tritt mit einem leichten Rückgang von 0,5 Prozent nahezu auf der Stelle. Einzig Audi stemmt sich gegen den Trend und verbucht ein deutliches Plus von 19 Prozent.
Den stärksten Zuwachs verbuchten chinesische Marken. BYD steigerte seine Zulassungen um gut 200 Prozent auf 4.705 Fahrzeuge, Leapmotor wuchs um mehr als 330 Prozent auf 1.355 Einheiten, und Xpeng legte um knapp 190 Prozent zu. Marken wie Deepal, Geely und Zeekr tauchten erstmals in der Statistik auf. Ein Grund dafür ist, dass die Konkurrenz preiswerte Einstiegsmodelle zunehmend zugunsten teurerer Autos aus dem Programm streicht.
Auch Tesla erholte sich deutlich. Nach einer monatelangen Durststrecke kam der US-Hersteller im April auf mehr als 3.100 neu zugelassene Fahrzeuge. Das ist ein sattes Plus von rund 256 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Parallel dazu verlor der Verbrenner weiter an Boden. Benziner brachen um 20 Prozent ein, und auch der Diesel-Absatz schrumpfte. Elektrofahrzeuge wuchsen hingegen um mehr als 40 Prozent. Jeder dritte Neuwagen war ein SUV.
Noch führen die deutschen Hersteller den Markt an, doch ihr Vorsprung schmilzt. Während selbst VW Käufer verliert, wächst die Konkurrenz aus den USA und China dreistellig. Die Statistik belegt: Die Markentreue der Deutschen bröckelt, sobald andere Hersteller das günstigere Angebot machen. Also immer häufiger.
