KI-Modelle
OpenAI bringt GPT-5.6 und neue Sprachfunktion für ChatGPT
10.07.2026 – 07:29 UhrLesedauer: 2 Min.
OpenAI macht sein neues KI-Modell öffentlich, das die US-Regierung zuvor beschränkt hatte. Eine neue Sprachfunktion soll Gespräche mit ChatGPT natürlicher machen.
OpenAI hat sein neues KI-Modell GPT-5.6 für die Allgemeinheit freigegeben. Auf Bitten der US-Regierung wurde das Programm zuvor für eine begrenzte Zahl heimischer Unternehmen zur Verfügung gestellt, damit die Behörden Sicherheitsaspekte prüfen konnten.
Wie OpenAI in einem Beitrag auf X schreibt, würden die drei Varianten von GPT-5.6 sofort freigeschaltet. Zu der neuen Reihe gehören demnach drei Varianten: das Spitzenmodell Sol, das mittlere Modell Terra für den Alltag und die schnellere, günstigere Variante Luna.
Vorgestellt hatte OpenAI GPT-5.6 bereits Ende Juni. Danach stand das Modell zunächst nur wenigen Firmen offen. Politiker und Fachleute für IT-Sicherheit fürchten, dass sich mit solcher Technik Schwachstellen in Software aufspüren lassen, die Angreifer für Attacken ausnutzen könnten. OpenAI erklärte, die Schutzvorkehrungen gegen Missbrauch und heikle Anfragen zu Cyberangriffen verstärkt zu haben.
Ähnliche Bedenken gelten für den Konkurrenten Anthropic. Dessen Modelle Fable 5 und Mythos 5 durfte das Unternehmen auf Anweisung der US-Regierung vorübergehend nur amerikanischen Kunden anbieten. Ende Juni hob die Regierung diese Ausfuhrbeschränkung wieder auf. Der Eingriff galt als ungewöhnlich, weil die Regierung sonst eher auf eine weniger strenge Aufsicht über KI gedrungen hatte.
Neue Sprachfunktion für ChatGPT
Daneben hat OpenAI eine neue Generation von Sprachmodellen unter dem Namen GPT-Live eingeführt. Diese steuert die Sprachfunktion von ChatGPT und wird weltweit für iPhone- und Android-Geräte sowie den Webbrowser bereitgestellt.
Anders als bisher soll das Programm gleichzeitig zuhören und sprechen können, wodurch Gespräche natürlicher wirken sollen. Das Modell werfe kurze Signale wie „mhm“ oder „ja“ ein und lasse sich mitten im Satz unterbrechen. Wenn der Nutzer kurz nachdenkt, bleibe es still, statt dazwischenzureden. Frühere Versionen arbeiteten in festen Wechseln und mussten warten, bis der Gesprächspartner ausgeredet hatte.
Braucht eine Frage eine Internetsuche oder eine aufwendigere Analyse, reicht GPT-Live sie laut OpenAI im Hintergrund an das stärkere Modell GPT-5.5 weiter und spricht so lange weiter. Das Unternehmen bietet zwei Fassungen an: GPT-Live-1 für zahlende Kunden und die kleinere Version GPT-Live-1 mini für die kostenlose Nutzung.
Schutzmaßnahmen und offene Punkte
Für die mit GPT-Live geführten Gespräche hat OpenAI nach eigenen Angaben zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen eingebaut. Das Modell kann demnach noch während eines Gesprächs zu einer vorsichtigeren Antwort wechseln oder den Austausch in heiklen Fällen beenden. Bei Hinweisen auf Selbstverletzung verweist es auf Krisentelefone. Für jugendliche Nutzer gelten zusätzliche Vorgaben, die Eltern über eine Kindersicherung festlegen können. Fremde Stimmen ahmt das Programm laut OpenAI nicht nach; es nutzt nur festgelegte Stimmen.
In internen Tests soll die neue Sprachversion besser abgeschnitten haben als die bisherige; unabhängig prüfen lassen sich diese Angaben nicht. Zum Start unterstützt GPT-Live weder Video noch das Teilen des Bildschirms. Bei selteneren Sprachen kann die Stimme einen fremden Akzent haben.
