Früherer Fifa-Sprecher erklärt
Infantino hat sein Vertrauen langsam verspielt
07.07.2026 – 10:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Gianni Infantino steht nicht erst seit dem Drama um Folarin Balogun in der Kritik. Nun wächst der Gegenwind für den Fifa-Präsidenten immer weiter.
Ein Telefonat zwischen Donald Trump und Gianni Infantino beschäftigt weiter den Fußball. Nach der Aufhebung der Sperre gegen US-Nationalspieler Folarin Balogun bei der WM weist der Fifa-Präsident den Vorwurf politischer Einflussnahme zurück. Der frühere Fifa-Sprecher Alexander Koch zweifelt diese Darstellung jedoch an.
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Koch, der unter Infantinos Vorgänger Sepp Blatter als Sprecher des Weltfußballverbands gearbeitet hat, sagte im Deutschlandfunk, er glaube, dass Trump seinen Einfluss ausgenutzt habe. Infantino habe langsam sein Vertrauen verspielt und nutze ohne Scham seine Macht aus.
Auf dem Papier sei die Disziplinarkommission zwar unabhängig, sie stehe aber dennoch in einer Abhängigkeit von der Fifa-Führung. Infantino habe inoffiziell viel Macht, weil er zum Beispiel Einfluss darauf habe, wer in die Gremien des Weltfußballverbands komme.
Koch: Glaubwürdigkeit muss wiederhergestellt werden
Nach den jüngsten Vorgängen hoffe er, dass der Widerstand unter den 211 Fifa-Mitgliedsverbänden so groß werde, dass Infantino nicht noch einmal wiedergewählt werde, sagte Koch im Deutschlandfunk. Ein Gegenkandidat müsse bei der Wahl eines neuen Präsidenten wieder viel stärker für die Glaubwürdigkeit des Sports stehen, die Infantino gerade in ihren Grundfesten erschüttert habe.
Infantino erklärte in einer Stellungnahme, Trump habe ihn in der Angelegenheit Balogun zwar angerufen. Er habe dem US-Präsidenten in dem Gespräch aber deutlich gemacht, dass die Disziplinarkommission der Fifa unabhängig sei. Trump hingegen hatte mitgeteilt, er habe Fifa-Präsident Infantino um eine Überprüfung gebeten und das Komitee habe daraufhin die richtige Entscheidung getroffen.
Auch die Uefa kritisiert die Fifa
Die Disziplinarkommission hatte die im Sechzehntelfinale verhängte Rote Karte gegen US-Stürmer Folarin Balogun zur Bewährung ausgesetzt. Dadurch durfte der Angreifer im Achtelfinale gegen Belgien spielen (1:4).
Der europäische Fußballverband Uefa sprach von einer roten Linie, die überschritten worden sei. DFB-Präsident Bernd Neuendorf forderte die Fifa auf, den Eindruck einer politischen Einflussnahme auf den Sport auszuräumen.
