Ein Mann wurde in Berlin wegen des Verdachts der Spionage für Russland festgenommen, teilten deutsche Staatsanwälte am Mittwoch mit. Der jüngste mutmaßliche Spionagekomplott im Zusammenhang mit Moskau wurde im Land aufgedeckt.
Die Staatsanwälte sagten, der Verdächtige habe seinem russischen Geheimdienstmitarbeiter Informationen über deutsche Militärhilfe für die Ukraine und Fotos von NATO-Militärkonvois gegeben, die sich auf Autobahnen bewegten, und auch mögliche Ziele für Sabotage identifiziert.
Behörden in Deutschland, einem der wichtigsten militärischen Unterstützer Kiews, haben seit der umfassenden Invasion Moskaus in der Ukraine im Jahr 2022 zahlreiche mutmaßliche Spionage-, Sabotage- und Desinformationspläne im Zusammenhang mit Russland aufgedeckt.
Der Verdächtige im jüngsten Fall, Berichten zufolge ein kasachischer Staatsbürger und teilweise als Sergej K. identifiziert, stehe seit mindestens Mai letzten Jahres „in ständigem Kontakt von Deutschland aus mit einem russischen Geheimdienst“, heißt es in einer Erklärung der Bundesanwaltschaft.
Ihm wird außerdem vorgeworfen, Informationen über deutsche Verteidigungsunternehmen, die Drohnen- und Robotertechnologie entwickeln, an den russischen Geheimdienst weitergegeben und seinem Vorgesetzten zahlreiche Fotos von öffentlichen Gebäuden rund um Berlin zur Verfügung gestellt zu haben, hieß es.
Er habe sich freiwillig gemeldet, um bei der Suche nach anderen möglichen Sabotage- und Spionageagenten in Deutschland zu helfen, hieß es in der Erklärung, in der jedoch nicht angegeben wurde, ob es ihm gelungen sei, welche zu rekrutieren.
Die Polizei nahm den Mann am Dienstag fest und die Staatsanwaltschaft sagte, er werde am Mittwoch einem Richter vorgeführt.
Moskau hat wiederholt bestritten, hinter solchen Anschlägen zu stehen.
Am Wochenende Berlin machte Moskau für wiederholte Phishing-Angriffe verantwortlich Zielgruppe sind Gesetzgeber und hochrangige Verwaltungsbeamte, die die Messaging-App Signal nutzen.
Die deutsche Polizei hat außerdem eine Reihe mutmaßlicher sogenannter „Wegwerfagenten“ festgenommen, die ohne formelle Ausbildung für Russland für die Durchführung von Sabotage- und Spionagetätigkeiten rekrutiert wurden, oft gegen geringe Zahlungen.
Zusätzliche Quellen • AFP
