Schüsse in Krakau – Deutscher verletzt

Polizei findet Tote im Haus des Täters


Aktualisiert am 08.11.2026 – 00:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Bewaffnete Polizeibeamte sichern einen abgesperrten Bereich ab Am Nachmittag fielen im Zentrum von Krakau Schüsse. (Quelle: Beata Zawrzel)

Eine Amokfahrt erschüttert die südpolnische Stadt Krakau. Mindestens sechs Menschen kommen durch Schüsse ums Leben.

Bei einer Amokfahrt im historischen Zentrum der südpolnischen Stadt Krakau sind am Samstag sechs Menschen getötet und mehr als zehn Personen verletzt worden. Unter den Todesopfern ist nach Polizeiangaben ein Brite. Die Verletzten kämen aus mehreren Ländern, darunter auch aus Deutschland. Zudem gehe es um Menschen aus Österreich, Portugal, Russland und Großbritannien, teilte ein Sprecher am späten Samstagabend mit.

Ein 25-jähriger Pole hatte Schüsse aus einem fahrenden Auto abgegeben. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte am Abend, im Haus des Täters seien weitere Tote gefunden worden, zwei Frauen und ein Mann. Nach Angaben polnischer Medien handelt es sich um die Eltern und die Schwester des Schützen.

Ministerpräsident: Ein Akt des Terrorismus

Bei dem Schusswaffenangriff handelt es sich nach Angaben des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk um einen Akt des „Terrorismus“. Es sei ein „grauenvolles Attentat auf das Leben der Menschen hier in Krakau“, sagte Tusk am Samstagabend in der Stadt im Süden Polens. Staatspräsident Karol Nawrocki kündigte für Sonntag und Montag eine landesweite Staatstrauer an.

Innenminister Marcin Kierwinski nannte am Samstagabend erste Details zum Motiv: Der Todesschütze sei „von rechtsextremen Ideologien fasziniert“ gewesen. Im Wagen des Täters seien viele weitere Schusswaffen gefunden worden, die wohl aus dem Haushalt der Familie stammen.

Gegen 15 Uhr seien erste Meldungen eingegangen, dass ein Auto auf den „Großen Ring“ (polnisch: Rynek Główny) gefahren sei, aus dem wahllos auf Menschen geschossen werde, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur Reuters.

Loading…

Embed

Der Marktplatz wurde evakuiert. Der Täter wurde niedergeschossen und festgenommen – unter dramatischen Umständen. Er wurde unter Polizeischutz ins Krankenhaus gebracht und dort operiert. Fotos in den sozialen Medien sollen den angeschossenen Mann zeigen. Er trägt Tarnkleidung und wird von Passanten versorgt.

Ein Augenzeuge berichtet der polnischen Zeitung „Fakt“ von „ungefähr 20 Schüssen“: „Ich habe noch nie so eine Panik erlebt. Die Leute flüchteten in die Läden.“ Ein anderer berichtet, der Täter habe eine automatische Schusswaffe genutzt – also wohl eine Maschinenpistole oder ein Maschinengewehr. Er habe eine Art Polizeimaske getragen und in Richtung der Kirche gefeuert.

Am Abend meldete die Polizei, der Verdächtige sei ein 25-jähriger polnischer Staatsbürger und habe allein gehandelt. Bei den Todesopfern soll es sich um vier Frauen und zwei Männer handeln.

Der „Große Ring“: Hier wurden mindestens sechs Menschen getötet. (Quelle: Art Service)

Präsident: „Oberste Priorität“

Der konservativ-nationalistische Präsident Karol Nawrocki, erklärte bei X, er sei „extrem beunruhigt“ und stehe „in Kontakt mit den zuständigen Behörden“. Er warte auf eine „vollständige Erklärung der Umstände dieser dramatischen Ereignisse“. Die Sicherheit der Polen habe „oberste Priorität“.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version