Nach Protest der Beschäftigten

Mercedes-Werk in Hamburg: Schließung nicht ausgeschlossen

22.09.2026 – 09:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Mercedes-Logo an einer Fahne (Archivbild): Im Hamburger Werk des Autobauers arbeiten rund 1.900 Menschen. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild/dpa)

Mercedes stellt die Schließung eines deutschen Werks für Fahrzeugkomponenten in Aussicht. Zu diesen sogenannten Powertrain-Standorten gehört auch Hamburg.

Mercedes-Benz könnte ein Werk in Deutschland schließen, in dem Komponenten für Autos hergestellt werden. Voraussetzung dafür sei, dass es nicht gelingt, die Kosten an den deutschen Standorten zu senken, sagte Produktionsvorstand Michael Schiebe auf einer Betriebsversammlung in Sindelfingen.

„Es ist unser klares Ziel, alle deutschen Standorte zu erhalten“, sagte Schiebe nach Angaben des Unternehmens. Dafür müsse man sich auf „für alle verträgliche Maßnahmen“ einigen, um die Kosten in Deutschland zu senken. „Gelingt uns dies nicht, werden wir ein deutsches Aufbauwerk sowie ein deutsches Powertrainwerk schließen müssen.“

Mercedes-Produktionsvorstand Michael Schiebe: Er stellt Werksschließungen in Deutschland in Aussicht, falls die Kosten nicht sinken. (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa)

Zu den Powertrain-Werken des Konzerns gehört auch der Standort in Hamburg. Insgesamt betreibt Mercedes solche Werke in Deutschland an sieben Standorten, darunter Berlin, Kamenz und mehrere Werke in Baden-Württemberg und Thüringen. Hamburg gehört damit grundsätzlich zu den möglichen Standorten, konkret genannt hat Schiebe das Werk jedoch nicht.

  • Militärkolonnen rollen durch Hamburg: Das steckt dahinter
  • Nordsee-Insel ist zu klein geworden: Jetzt soll neues Land her

Rund 1.900 Menschen arbeiten bei Mercedes in Hamburg

Nach Angaben von Mercedes beschäftigt das Hamburger Werk rund 1.900 Menschen. Der Standort gehört seit 1978 zum Produktionsnetzwerk des Autobauers. Dort werden unter anderem Achsen und Achskomponenten, Antriebsmodule, Lenksäulen und weitere Fahrzeugteile hergestellt.

Erst am Montag hatten Beschäftigte vor dem Hamburger Werk gegen Einschnitte in der Autoindustrie protestiert. Nach Angaben der IG Metall versammelten sich 500 Menschen vor dem Werkstor. Die Gewerkschaft protestierte unter anderem gegen Arbeitsplatzabbau, Standortschließungen und Verlagerungen.

Mercedes hatte seinen Sparkurs zuletzt verschärft und eine „Produktivitätsoffensive für Deutschland“ angekündigt. Der Vorstand schlug dabei unter anderem vor, dass Beschäftigte bei gleichem Verdienst länger arbeiten.

Hamburger Werk beliefert auch Bremen

Der Hamburger Standort produziert nach Konzernangaben jährlich mehr als 14 Millionen Komponenten für Kunden in aller Welt. Eine enge Verbindung besteht zum Mercedes-Werk in Bremen: Das rund 100 Kilometer entfernte Montagewerk wird aus Hamburg mit konventionellen und elektrischen Achsen beliefert.

Auch Komponenten für den neuen elektrischen GLC, der in Bremen produziert wird, kommen aus Hamburg.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version