„Das war die kürzeste Kreuzfahrt“

Nach Schiffskollision: Passagiere schildern dramatische Minuten

27.10.2026 – 16:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Schäden an der „Mein Schiff 3“: Nach dem Unfall am Sonntag muss der Kreuzer in eine Werft um repariert zu werden. (Quelle: Sina Schuldt/dpa)

Die Kreuzfahrt sollte mehrere Wochen dauern – doch nach wenigen Hundert Metern war Schluss. Passagiere berichten, wie sie den Zusammenstoß in Bremerhaven erlebten.

Ein dumpfer Schlag, plötzlich Funken und beißender Geruch: Nach der Kollision der „Mein Schiff 3“ mit zwei Containerschiffen in Bremerhaven haben Passagiere von den dramatischen Minuten an Bord berichtet. Die geplante Kreuzfahrt Richtung Kanaren wurde abgesagt, inzwischen haben alle Gäste das Schiff verlassen.

„Das war die kürzeste Kreuzfahrt, die wir jemals gemacht haben: 300 Meter“, sagte Passagierin Rosemarie Hofmann nach dem Verlassen des Schiffs. Die Enttäuschung sei groß, doch sie nehme die Situation hin. „Aber was sollen wir tun?“ Sie hoffe, den Reisepreis schnell zurückzubekommen und möglicherweise mit ihrem Mann einen anderen Urlaub in der Sonne verbringen zu können.

Passagiere berichten von Funken und beißendem Geruch

Hofmann schilderte, dass es beim Auslaufen sehr stürmisch gewesen sei. „Alle waren oben, natürlich, die Musik erklingt, alle singen mit“, erzählte sie. Dann habe es plötzlich einen Rumms gegeben. Erst als sie das schnell herbeieilende Personal und Funken bemerkte, habe sie verstanden, dass etwas passiert war.

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Zwar sei ihr aufgefallen, wie nah das Kreuzfahrtschiff an anderen Schiffen vorbeifuhr. „Aber da denkt man ja natürlich: Die wissen, was sie tun.“ Angst habe sie nicht gehabt. Nach dem Unfall sei es ruhig an Bord gewesen. Beim Essen hätten viele Passagiere Videos des Zusammenstoßes gezeigt.

Auch Steffen Gerntke erlebte den Unfall gemeinsam mit seiner Frau an Deck. „Es war ein dumpfer Schlag“, berichtete er. Anschließend habe er Qualm und einen beißenden Geruch wahrgenommen. Angst habe auch er nicht gehabt.

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„Wir haben uns gut vorbereitet auf die Reise“, sagte Gerntke. Die Absage sei natürlich schade. „Das ist Schicksal.“ Entscheidend sei, dass niemand verletzt worden sei. „Material ist ersetzbar.“ Die Besatzung habe sich gut um die Gäste gekümmert. „Wir fahren jetzt erst mal nach Hause“, erklärte seine Frau Karin. Das Paar wolle nach einer anderen Urlaubsmöglichkeit suchen.

Eine weitere Passagierin berichtete, sie habe unmittelbar an der Stelle gestanden, an der es zum Zusammenstoß kam. „Wir haben das hautnah erlebt und trotzdem gehofft, dass es weitergeht.“

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