Bundespräsident
Steinmeier-Nachfolge: CDU-Vize Ines Claus zeigt Interesse
Aktualisiert am 27.10.2026 – 16:35 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Nachfolgesuche für Bundespräsident Steinmeier gewinnt an Tempo. Überraschend ist ein weiterer Name im Gespräch. Fragt sich nur, wie lange noch – denn sofort werden Zweifel laut.
In der CDU nimmt die Suche nach einer Kandidatin für das Bundespräsidentenamt deutlich Fahrt auf. Auch für viele in der Union überraschend signalisierte die Vorsitzende der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Ines Claus, Interesse an der Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier (SPD).
Claus spricht von „großer Ehre“ – Merz Umfeld dementiert
Die 49-Jährige bezeichnete es in der „Rheinischen Post“ als „große Ehre“, Zusammenhang mit einer solchen Kandidatur genannt worden zu sein. „Jetzt gilt es, ein geordnetes Verfahren einzuhalten. Innerhalb der Partei, also mit den Ministerpräsidenten, den Führungsgremien der CDU und der CSU und natürlich mit unserem Koalitionspartner“, so Claus, die auch stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende ist.
Die Zeitung berichtete unter Berufung auf hochrangige CDU-Kreise, Claus sei Favoritin von Kanzler Friedrich Merz (CDU) für das höchste Staatsamt. Aus dem Umfeld des Kanzlers wurde das aber klar dementiert. „Merz hat sich weder festgelegt noch einen Vorschlag unterbreitet“, hieß es.
Claus-Vorschlag ruft Kritik und Zweifel hervor – auch in der CDU
Von maßgeblichen CDU-Politikern wurde der Vorstoß für Claus gegenüber der Deutschen Presse-Agentur kritisch gesehen oder sogar als absurd zurückgewiesen. Claus fehle jedes bundespolitische Profil, eine Kandidatur werde schiefgehen, hieß es.
Aus der Unionsfraktion im Bundestag wurde zudem mit Blick auf Julia Klöckner daran erinnert, dass es aus Reihen der CDU eine souveräne Bundestagspräsidentin gebe, die weit über die Parteigrenzen viel Anerkennung genieße. Sie sei auch als Bundespräsidentin bestens geeignet.
Auch in der CSU stieß die Nennung von Ines Claus zunächst auf wenig Euphorie. Die Rede war von einem „Testballon“, dessen Gehalt man nicht bewerten wolle.
Claus ist dreifache Mutter und Vize-Parteichefin
Claus ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und katholisch. Seit April 2020 führt sie die CDU-Landtagsfraktion in Hessen. Seit 2026 ist sie stellvertretende Vorsitzende der Bundes-CDU.
Die Union beansprucht als stärkste Fraktion im Bundestag bei der Wahl des nächsten Bundespräsidenten ein Vorschlagsrecht für sich. Bisher hatte es mit der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner aber nur aus der CSU einen öffentlich bekannten Vorschlag gegeben. Merz hat sich bisher nicht geäußert. CSU-Chef Markus Söder hatte sich dagegen bereits wiederholt für Aigner ausgesprochen. Auch SPD-Bundestagsfraktionschef Matthias Miersch hat sich als erster führender Sozialdemokrat inzwischen eindeutig hinter Aigner gestellt.
Unionsfraktionschef Frei verweist auf Kandidatinnen in der CDU
Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) betonte nun, er wolle sich nicht auf Aigner als Unions-Kandidatin festlegen. „Wir haben ja Gott sei Dank einige Frauen, die dafür sehr, sehr gut geeignet sind“, sagte er Welt TV.
Als Beispiele nannte er Bundestagspräsidentin Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien und Ex-CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Es spreche viel dafür, dass es jemand werde, „der entweder selbst Politiker war oder ist; jedenfalls ein sehr umfassendes Verständnis der politischen Prozesse bei uns im Land hat“. Ein Jurist oder eine Juristin müsse es hingegen „nicht zwingend“ sein.
