Durchbruch bei Wechseljahresbeschwerden
Neues Medikament überrascht in Studien
27.08.2025 – 12:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Frauen in den Wechseljahren leiden unter Hitzewallungen und Schlafstörungen. Eine neue Wirkstoffklasse verspricht nun Hilfe – ganz ohne Hormone.
Bis zu 80 Prozent der Frauen in der Menopause erleben Hitzewallungen, etwa 60 Prozent leiden zusätzlich unter Schlafstörungen. Lange galten Hormonersatzpräparate als wichtigste Behandlung. Doch viele Frauen lehnen diese ab, genauso wie Antidepressiva, die teilweise ebenfalls eingesetzt werden.
Ein neues Medikament namens Elinzanetant könnte eine gut verträgliche Alternative bieten. Der Wirkstoff wirkt nicht auf den Hormonhaushalt, sondern auf zwei Rezeptoren im Gehirn, die für die Temperaturregulation verantwortlich sind: Neurokinin-1 und Neurokinin-3.
In einer Studie mit über 600 Frauen um die 55 Jahre zeigten sich vielversprechende Ergebnisse. Die Teilnehmerinnen litten an mittelschweren bis schweren Beschwerden und hatten zu Beginn etwa 15 Hitzewallungen pro Tag.
Nach der zwölfwöchigen Einnahme von Elinzanetant reduzierte sich diese Zahl um rund 65 Prozent. In der Placebo-Gruppe betrug der Rückgang nur 40 Prozent. Auch die Intensität der Beschwerden und die Schlafqualität besserten sich spürbar.
Auch bei Brustkrebspatientinnen könnte Elinzanetant helfen. Eine weitere kürzlich veröffentlichte Studie untersuchte 316 Patientinnen, die aufgrund ihrer antihormonellen Therapie ähnliche Beschwerden wie in den Wechseljahren hatten.
Unter Elinzanetant sank die Zahl der täglichen Hitzewallungen von 11,4 auf 3,6 – ein Rückgang um fast acht Episoden. Auch der Schlaf der Probandinnen verbesserte sich. Auffällige Nebenwirkungen zeigten sich nicht.
Der Hersteller Bayer hat bereits eine Zulassung in der EU und den USA beantragt. Fachleute sehen darin eine mögliche neue Therapieoption – besonders für Frauen, die keine Hormone einnehmen möchten oder dürfen.
„Es sind zwar noch weitere Studien erforderlich, um das volle Potenzial dieser Medikamente zu erforschen“, kommentierten Stephanie Faubion und Chrisandra Shufelt, Internistinnen mit dem Schwerpunkt Frauengesundheit an der Mayo Clinic in Jacksonville im US-Bundesstaat Florida, in der deutschen „Pharmazeutischen Zeitung“.
„Doch scheinen wir in eine neue Ära eingetreten zu sein, in der die Behandlung der Menopause individuell auf die Symptome, die persönliche und familiäre Krankengeschichte, Nebenwirkungen und persönliche Vorlieben zugeschnitten werden kann.“
