Sender massiv unter Druck
MDR-Programmchef: „Weitere Einsparungen unvermeidbar“
17.06.2026 – 10:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Spardruck nimmt nicht ab: Beim MDR dominieren Schlagzeilen rund um die Einschnitte bei Programm und Personal. Daran ändert auch ein neues Interview nichts.
Das „Mittagsmagazin“ wird zukünftig woanders produziert, zahlreiche Radiosender aus dem MDR-Sendegebiet fallen dem Rotstift zum Opfer, „MDR um 2“ wird eingestellt und für drei Jahre pausieren die „Tatort“- und „Polizeiruf 110“-Produktionen aus Dresden und Magdeburg. Die ARD-Anstalt aus dem Osten leidet wie kein anderes öffentlich-rechtliches Haus unter dem Spardruck. Dies bekräftigt jetzt auch der MDR-Programmdirektor Boris Lochthofen in einem neuen Interview.
Die Einsparungen haben ihn „weder schockiert noch überrascht“, sagt er im Gespräch mit dem Medienmagazin „dwdl.de“ und spricht dennoch davon, wie „anstrengend“ und „schmerzhaft“ die derzeitigen Aufgaben sind. „Wenn das Geld nicht reicht, muss man priorisieren. Das haben wir getan.“
„Das sind drei schmerzhafte Entscheidungen“
Angesprochen darauf, welche der zahlreichen Kürzungen ihn am meisten treffe, weicht Lochthofen aus. Es gebe „kein Ranking im Schmerz“, so der MDR-Mann. „Gleichzeitig sind es drei schmerzhafte Entscheidungen, die niemand hier gerne getroffen hat“, sagt er auf die Krimiproduktionen, das „Mittagsmagazin“ und die Sendung „MDR um 2“ blickend. Es sei eine „reine Abwägung zugunsten der Funktionsfähigkeit des Hauses“, gibt er zu.
- ARD-Einsparungen immer drastischer: Dahinter steckt eine Botschaft
Damit sei man zwar zunächst für einen gewissen Programmzeitraum abgesichert, doch die Zukunft sehe nicht rosig aus. Boris Lochthofen wird an einer Stelle des Gesprächs deutlich und betont: „Sollte es tatsächlich keine Beitragserhöhung auf 18,64 Euro geben, wären weitere Einsparungen unvermeidbar.“

Schon die jetzige Finanzierung führe den MDR an seine Grenzen. Lochthofen erklärt das am Beispiel der „Tatort“- und „Polizeiruf“-Einsparungen: „Wenn wir diese Pause nicht machen würden, müssten wir ein Sparvolumen von rund 20 Millionen Euro in den kommenden Jahren einmal über sämtliche Redaktionen des Hauses ziehen. Also über die Bereiche des MDR, die jeden Tag einen ganz wichtigen Informationsjob für die Menschen im Sendegebiet leisten.“
Der Kurs heißt offenbar: Information statt Unterhaltung. Weitere Einsparungen in den „vitalen publizistischen Bereichen waren jetzt keine nochmalige Option“, so der Programmchef. Insofern sei die Pause für die reichweitenstarken Krimiproduktionen des Hauses „ein aus meiner Sicht auch massiv schmerzhaftes, aber sehr vertretbares Instrument“, sagt Lochthofen.
