„Wollen doch nur hierher“
Wanderer diskutieren – während Mann reanimiert wird
11.10.2026 – 12:48 UhrLesedauer: 1 Min.
Feuerwehrleute kämpfen um das Leben eines Menschen – doch Wanderer wollen nicht warten. Sie diskutieren mit den Einsatzkräften. Die melden sich jetzt mit einem Appell.
Beim sogenannten Mammutmarsch durch das Ruhrgebiet ist es am Samstag zu einem Zwischenfall gekommen: In Herdecke musste ein Teilnehmer der Wanderveranstaltung reanimiert werden – doch die Arbeit der Einsatzkräfte sei durch diskutierende Wanderer behindert worden, teilte die Herdecker Feuerwehr mit.
Den Angaben zufolge kam es gegen 9.50 Uhr im Bereich des Ruhrhöhenwegs zu dem Notfall. Wie ein Feuerwehrsprecher t-online erklärte, war ein 53-Jähriger aus Iserlohn plötzlich zusammengebrochen. Die Feuerwehrleute seien schnell eingetroffen – vor Ort hätten ein Begleiter des Mannes und weitere Ersthelfer bereits mit Reanimationsmaßnahmen begonnen.
Mehrere Wanderer hätten die Einsatzstelle aber „unmittelbar passieren“ wollen, erklärten die Retter. „Auch auf Weisung der Feuerwehr hin diskutierten diverse Teilnehmende mit den Worten ‚Wir wollen doch nur hierher‘.“ Bereits die Anfahrt habe sich schwierig gestaltet, „da viele Teilnehmende nur zögerlich auf Blaulicht und Martinshorn reagierten“.
Patient wird lebend in Klinik eingeliefert
Der Patient sei anschließend mit einem Rettungswagen in ein Dortmunder Krankenhaus gebracht worden. „Lebend“, wie der Feuerwehrsprecher sagte. Zum Gesundheitszustand des Mannes konnte der Sprecher keine Angaben machen.
Der Sprecher appellierte eindringlich, Einsatzstellen „ohne große Nachfragen“ zu meiden und Fahrzeugen mit Blaulicht und Martinshorn Platz zu machen.
Beim Mammutmarsch handelt es sich um eine Wanderveranstaltung, bei der die Teilnehmer an ihre persönlichen Grenzen gehen sollen. Strecken von bis zu 100 Kilometer können absolviert werden, die Wanderungen finden regelmäßig in verschiedenen Städten in ganz Europa statt.
