Anwälte geben neuen Stand bekannt

Christa Pike verlässt die Klinik


11.10.2026 – 08:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Christa Pike beging als Teenager einen Mord (Archivbild): Der Hinrichtungsversuch geriet zum Desaster. (Quelle: Uncredited/Tennessee Department of Correction/AP/dpa/dpa-bilder)

Überraschend schreitet die Genesung von Christa Pike nach der gescheiterten Hinrichtung voran. Sie befindet sich wieder im Gefängnis.

Nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike hat die 50-Jährige das Krankenhaus verlassen und ist wieder ins Gefängnis zurückgebracht worden. Das teilten ihre Anwälte mit. „Sie wird im Gefängnis weiterhin medizinisch versorgt, und wir werden ihren Genesungsverlauf weiterhin verfolgen“, erklärten sie.

Pike ließ zudem mitteilen, sie sei sehr dankbar für die Arbeit der Ärzte im Krankenhaus. Diese hätten sie unter „außergewöhnlichen Umständen“ betreut. Wie es nun für die 50-jährige verurteilte Mörderin weitergeht, ist unklar. US-Experten hatten zuletzt darüber gestritten, ob ein weiterer Hinrichtungsversuch rechtens wäre. Ihre Anwälte fordern, die Todesstrafe in eine lebenslange Freiheitsstrafe umzuwandeln.

Fall Christa Pike endete in Hinrichtungschaos

Christa Pike hätte eigentlich am 30. September in einem Gefängnis im Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden sollen. Doch der Akt geriet zum Desaster: Pike überlebte zwei Giftspritzen und kam ins Krankenhaus. „Offenbar hat zu keinem Zeitpunkt ein Mitglied des Hinrichtungsteams bemerkt, dass die intravenösen Zugänge nicht korrekt platziert waren“, hatten ihre Anwälte erklärt.

Am Dienstag wurde mitgeteilt, Pike sei wieder bei Bewusstsein und ansprechbar. Am Mittwoch habe sie begonnen, erste Schritte zu machen. Einen Tag später hieß es, sie könne wieder gehen. Sie sei jedoch geistig weiterhin etwas benommen und verliere leicht den Faden.

Christa Pike soll Bekannte gefoltert und getötet haben

Laut Death Penalty Information Center ist der Fall Christa Pike einzigartig. Es sei kein vergleichbarer moderner US-Fall bekannt, in dem die vorgesehenen Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der Verurteilte überlebte, teilte die Organisation mit. Die Hinrichtung der 50-Jährigen wäre die erste Exekution einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren gewesen.

Pike hatte 1995 im Alter von 18 Jahren eine ein Jahr ältere Bekannte gefoltert und getötet und war deshalb zum Tode verurteilt worden. Die Anwälte der Mörderin hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass die Kindheit Pikes im Urteil nicht berücksichtigt worden sei. Sie habe jahrelange sexuelle und körperliche Gewalt erfahren.

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