Deutschlands Landwirte leiden unter den Folgen des Iran-Kriegs. Denn Energie- und Düngerpreise steigen deutlich an. Das können sie aber bislang kaum weitergeben.
Der Iran-Krieg und die damit einhergehende Blockade der Straße von Hormus belastet auch die deutschen Landwirte deutlich. Insbesondere der Düngerpreis ist in die Höhe geschnellt, die Produktionskosten sind gestiegen. Noch hat das aber kaum Auswirkungen auf die Preise für die Kunden.
Das wird auch vorerst so bleiben, erklärt Landwirt Holger Hennies im t-online-Interview. Mittelfristig könnten die Preise im Supermarkt aber ebenfalls anziehen, betont er. Zudem berichtet der Kartoffelbauer, wie er Dünger sparen kann und was er sich von der Politik erhofft.
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t-online: Herr Hennies, die Preise für Düngemittel steigen aktuell deutlich an, auch Kraftstoff- und Energiepreise treffen die Landwirtschaft. Haben Sie so eine Situation schon mal erlebt?
Holger Hennies: Wir hatten zu Beginn des Ukraine-Krieges sogar noch höhere Düngerpreise. Allerdings war die Situation damals anders. Denn es stiegen gleichzeitig auch die Getreidepreise. Deswegen war die Situation für die Betriebe zwar dramatisch, aber nicht existenzbedrohend. Anders als jetzt.
Die Betriebe stecken wirklich in der Klemme. Gerade im Ackerbau verdienen wir mit Getreide oder Zuckerrüben momentan kein Geld. Wenn dann die Preise für Dünger und für Energie deutlich steigen, schlägt das voll durch. Das tut in den Betrieben richtig weh, weil sie das nicht an den Markt weitergeben können.
Insbesondere Dünger ist deutlich teurer geworden. Können Sie denn aktuell in normalem Maß düngen?
Aktuell schon. 90 Prozent des Bedarfs hatte ich bereits im vergangenen Herbst vorgekauft, dazu kommt ein Anteil aus unserer Biogasanlage. Die Mengen, die wir dann noch zukaufen mussten, bringen uns nicht um. Dennoch ist der Kostenanstieg mit Sicht aufs kommende Düngejahr bereits enorm. Die hohen Energiekosten treffen uns hingegen jetzt schon.
Zur Person
Holger Hennies, geboren 1969, ist promovierter Agrarökonom und betreibt gemeinsam mit vier weiteren Landwirten einen Ackerbaubetrieb in Schwüblingsen nahe Hannover. Er baut dort insbesondere Kartoffeln, aber auch Zwiebeln, Zuckerrüben und Getreide an. Zudem ist er Präsident des Bauernverbands Landvolk in Niedersachsen sowie Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands.
In welchem Maß sind die Preise für die Düngemittel denn gestiegen?
Das kommt ganz auf das Düngemittel an, man braucht immer mehrere Nährstoffe. Die Stickstoffdüngerpreise haben sich oftmals verdoppelt. Bei Phosphat- und Kaliumdünger ist die Entwicklung nicht ganz so stark, da sind es ungefähr zehn bis 30 Prozent mehr. Das ist vor allem auf die höheren Energiepreise zurückzuführen.
