
Sie fragt sich auch, ob ihr damaliger Chef Byron nach dem Skandal in gleichem Maße beschimpft worden sei. „Ich glaube, als Frau, wie Frauen es immer tun, habe ich den Großteil der Beschimpfungen ertragen müssen. Die Leute sagten Dinge wie, ich sei eine ‚Goldgräberin‘ oder hätte mich ’nach oben geschlafen‘, was der Realität einfach nicht ferner liegen könnte.“ Sie habe ihr Leben lang daran gearbeitet, dieses Stigma zu widerlegen.
Besonders verletzend sei für sie gewesen, dass der Hass vovorwiegend von Frauen kam. „Die grausamsten Kritiker waren Frauen“, sagte sie. „Sowohl das persönliche Mobbing als auch die meisten Anrufe und Nachrichten kamen von Frauen.“ Schauspielerinnen wie Whoopi Goldberg machten sich öffentlich lustig. Gwyneth Paltrow, Ex-Frau von Chris Martin, trat in einem Werbevideo von Astronomer auf, das die Szene parodierte. Ihr Aussehen, ihre Kleidung, ihre Figur – alles sei kommentiert worden.
Auch macht Cabot sich heute Sorgen um ihre berufliche Zukunft. In Vorstellungsgesprächen bekäme sie aber noch immer zu hören, dass sie nicht „einstellbar“ sei.
Geschäftsführer Byron hatte nach dem Skandal sein Amt niedergelegt. Astronomer bestätigte: „Unsere Führung steht für Integrität und Verantwortung. Andy Byron hat seinen Rücktritt eingereicht.“ Cabot wurde zunächst beurlaubt, dann folgte ihr eigener Rücktritt. Heute hofft auf einen Neuanfang. Sie wisse aber, dass sie den Vorfall nie ganz abschütteln könne.
Den Kontakt zu Byron habe mittlerweile abgebrochen. Zwar hätten sie sich nach dem Skandal anfangs noch ausgetauscht, aber: „Wir haben gemerkt, dass das alles nur schwerer macht.“













