Weltweit vier von zehn Todesfällen vermeidbar

Studie zeigt die tödlichsten Krebsarten in Deutschland


Aktualisiert am 25.09.2025 – 09:37 UhrLesedauer: 3 Min.

Krebszellen (Symbolbild): Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung wird die Zahl der Krebsneuerkrankungen stark steigen. (Quelle: koto_feja/getty-images-bilder)

Eine neue Studie warnt vor einem starken, weltweiten Anstieg der Krebsfälle. Sie zeigt aber auch, wie sehr sich Prävention auszahlen kann.

Die Zahl der weltweiten Krebsneuerkrankungen wird sich einem großen Report zufolge bis Mitte des Jahrhunderts stark erhöhen. Sie steige von 18,5 Millionen Fällen 2023 auf 30,5 Millionen 2050, schreibt ein Team im Fachjournal „The Lancet“. Allerdings hat das hauptsächlich mit der Alterung der Gesellschaften zu tun, denn ältere Menschen sind anfälliger für Krebs. Wird mit einer standardisierten Altersstruktur gerechnet, sinkt die relative Häufigkeit von 2024 bis 2050 um 5,7 Prozent.

Fast 42 Prozent der 10,4 Millionen Krebstodesfälle im Jahr 2023 gehen auf Faktoren zurück, die potenziell verändert werden können, berichtet die internationale Forschungsgruppe um Lisa Force von der University of Washington in Seattle (US-Staat Washington). Die Forscher nutzten Informationen des Projekts „Global Burden of Disease“ (weltweite Krankheitslast), um Schätzungen für den Zeitraum 1990 bis 2023 zu ermitteln. Sie erstellten zudem eine Prognose für die weitere Entwicklung von 2024 bis 2050.

Die Entwicklung war bislang weltweit sehr unterschiedlich: Im Zeitraum 1990 bis 2023 sank die altersstandardisierte Zahl der Krebsneuerkrankungen in Ländern mit hohem Einkommen um 3,4 Prozent, in Ländern mit höherem mittlerem Einkommen um 8,8 Prozent. Im Gegensatz dazu erhöhte sich die Zahl der Fälle in Ländern mit niedrigerem mittlerem Einkommen um 28,6 Prozent und in Ländern mit niedrigem Einkommen um 23,6 Prozent.

„Krebs trägt weiterhin erheblich zur globalen Krankheitslast bei und unsere Studie zeigt, dass er in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich erheblich zunehmen wird, mit einem überproportionalen Wachstum in Ländern mit begrenzten Ressourcen“, sagte Force.

Der größte Risikofaktor, der verändert werden kann, ist in den meisten Ländern der Tabakkonsum, dem 21,4 Prozent der Todesfälle durch Krebs zugeordnet wurden. In Ländern mit niedrigem Einkommen birgt ungeschützter Sex das größte Risiko, vor allem weil dabei Humane Papillomviren (HPV) übertragen werden können, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Nach einer kürzlich im Fachblatt „Eurosurveillance“ erschienenen Studie ist die Impfung gegen HPV sehr effektiv.

In Deutschland führen die folgenden fünf Krebsarten geschlechterübergreifend am häufigsten zum Tod:

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