Krankenkasse warnt

Schlafstörungen nehmen zu – eine Generation besonders betroffen


23.09.2025 – 10:05 UhrLesedauer: 3 Min.

Gedankenkarussell und Grübeln: Schlafstörungen sind belastend. (Quelle: Andrii Lysenko/getty-images-bilder)

Immer mehr Menschen leiden an Schlafproblemen. Eine neue Auswertung zeigt, wie sehr psychische Belastungen den Schlaf stören und wer besonders betroffen ist.

Mancher kann schlecht einschlafen und braucht Stunden, bis er oder sie Ruhe findet – andere werden immer wieder wach. Dann kreisen die Gedanken, man kommt nicht zur Ruhe und kann erst recht nicht schlafen: Eine wachsende Zahl von Menschen in Deutschland hat nach Daten einer Krankenkasse mit Schlafproblemen ohne organische Ursache zu kämpfen.

Die Zahl der ambulanten Diagnosen psychisch bedingter Schlafstörungen stieg von 2014 bis 2024 bundesweit um 73,5 Prozent und zwischen 2023 und 2024 allein um rund 9,0 Prozent, wie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) unter Berufung auf Daten eigener Versicherter zu Schlafstörungen mitteilte.

Demnach wuchs der Anteil der Patienten mit Schlafstörungen an allen Versicherten in Deutschland in dem Zeitraum von 1,0 auf 1,8 Prozent, insgesamt waren 2024 rund 29.500 KKH-Versicherte betroffen. Die KKH zählt nach eigenen Angaben mit rund 1,5 Millionen Versicherten zu den größeren bundesweiten Krankenkassen.

„Zu nicht organisch bedingten Schlafstörungen zählen Einschlaf- und Durchschlafstörungen sowie Albträume und Angsttraumstörungen, wie sie unter hohen psychischen Belastungen entstehen können“, sagte Aileen Könitz, Ärztin und Expertin für psychiatrische Fragen. Bundesweit erhielten demnach zuletzt 17,9 von 1.000 KKH-Versicherten eine entsprechende Diagnose.

Häufige Ursachen für nächtliches Wachliegen sind laut Versicherung beispielsweise:

Tatsächlich ergab eine Online-Befragung unter 500 gesetzlich und privat versicherten Menschen zwischen 18 und 70 Jahren, dass 57 Prozent der Befragten an mindestens drei Tagen in der Woche Schlafprobleme haben. Die meisten darunter (62 Prozent) gaben an, dass ihre Gedanken oft um Probleme und Sorgen kreisen. Insgesamt 53 Prozent fühlten sich nach schlechtem Schlaf tagsüber weniger leistungsfähig, 37 Prozent empfanden sich am nächsten Tag häufig als gereizt. Interessant: 28 Prozent der Befragten hatten den Eindruck, schlechter einzuschlafen, wenn sie vorher digitale Geräte wie das Smartphone benutzen. Nur 19 Prozent attestierten sich einen „alles in allem sehr gesunden Schlaf“.

„Unsere Umfrage zeigt, dass viele bereits eine Schlafstörung entwickelt haben“, sagte Könitz. Wer über mindestens drei Monate nachts grübelnd im Bett liege, nicht einschlafen oder durchschlafen könne, sei betroffen: „Auf Dauer können Schlafstörungen und regelmäßiger Schlafentzug der Gesundheit schaden“, warnt die Expertin.

Denn sowohl die Infektanfälligkeit als auch das Risiko für Depressionen, Angststörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen stiegen. Schlafstörungen könnten aber auch die Folge von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen sein.

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