Konkurrenz durch YouTube
Bericht: Disney prüft Gratisinhalte im eigenen Streamingdienst
13.07.2026 – 12:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Kostenlose Streamingdienste gewinnen rasant an Reichweite. Als Konsequenz prüft Disney offenbar, Teile von Disney+ ohne Abo zugänglich zu machen.
Disney hat intern über ein Streamingangebot ohne Bezahlschranke gesprochen. Wie das US-Wirtschaftsportal „Business Insider“ unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen berichtet, geht es um die Frage, ob Teile der Inhalte von Disney+ künftig auch ohne Abo abrufbar sein sollen.
Adam Smith, bei Disney zuständig für Produkt und Technik, hat das Thema demnach am Donnerstagnachmittag bei einer internen Mitarbeiterversammlung zur Streamingsparte angesprochen. Einen Zeitplan habe er nicht genannt, ebenso wenig, wie umfangreich ein solches Angebot ausfallen könnte.
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Eine mit der Streamingstrategie des Konzerns vertraute Person ordnet die Gespräche dem Bericht zufolge als Teil einer laufenden Debatte darüber ein, wie sich das Publikum besser erreichen lasse. Wie ein kostenloser Bereich finanziert werden soll, geht aus dem Bericht nicht hervor. Disney hat die Überlegungen bislang nicht bestätigt.
Gratisangebote gewinnen Zuschauer
Hintergrund ist der Zulauf für kostenlose Streamingdienste. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Nielsen, die „Business Insider“ zitiert, entfielen im April 18,7 Prozent der am Fernseher verbrachten Zeit in den USA auf die drei größten Gratisanbieter. Ein Jahr zuvor waren es 16,8 Prozent, im April 2024 lag der Wert bei 12,7 Prozent. Profitiert haben davon vor allem YouTube sowie werbefinanzierte Dienste wie Tubi und The Roku Channel.
Parallel dazu haben die Bezahldienste ihre Preise erhöht. Das Paket aus Disney+ und dem in den USA verfügbaren Dienst Hulu kostet dort regulär 12,99 Dollar im Monat mit Werbung und 19,99 Dollar ohne.
Konzerne testen neue Videoformate
Unter den großen Abodiensten gibt es bislang kaum dauerhaft kostenlose Inhalte. Apple TV und Paramount+ stellen teils einzelne Episoden (etwa Pilotfolgen oder Staffelstarts) kostenlos bereit, um einen ersten Eindruck vom Angebot zu ermöglichen, mehr aber nicht.
Eine Ausnahme ist Amazon: In der Prime‑Video‑App bietet ein eigener Bereich Serien und Filme, die ohne Prime‑Abo kostenlos verfügbar sind – finanziert durch Werbeunterbrechungen. Selbst wer extra für das sonst werbefreie Prime Video zahlt, bekommt in diesem Gratisbereich weiterhin Werbung eingeblendet. Für Disney wäre ein solcher Bereich also technisch kein Neuland, unter den Filmstudios aber ein Alleingang.
Neben der Preisfrage arbeitet die Branche an neuen Formaten. Disney und Paramount+ haben in den vergangenen Monaten hochkant abspielende Kurzvideos in ihre Streaming-App eingebaut. Netflix will vom kommenden Monat an Videos mit einer Länge von 3 bis 20 Minuten ins Programm nehmen, unter anderem von den Verlagshäusern BuzzFeed Studios, Condé Nast und Hearst.
