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Panorama

Klima-Katastrophe stürzte Europa in „Kleine Eiszeit“

wochentlich.deBy wochentlich.de27 August 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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1816 – Das Jahr ohne Sommer

Diese Katastrophe stürzte Europa in die „Kleine Eiszeit“


Aktualisiert am 26.08.2026 – 19:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Der Tambora befindet sich auf der östlich von Java gelegenen Insel Sumbawa. (Quelle: IMAGO/imago)

Im Jahr 1816 geriet das globale Klima aus dem Gleichgewicht. In großen Teilen der nördlichen Hemisphäre gab es Schneefall im Sommer, Missernten und Hungersnöte. Der Auslöser war eine Naturgewalt am anderen Ende der Welt.

Es war der Sommer, der nie kam. Statt wärmender Sonnenstrahlen kam kalter Regen vom Himmel, es stürmte und schneite. Und dies mitten im Hochsommer. In weiten Teilen Europas verdorrte das Getreide, die Kartoffelernte verfaulte und ein unheilvoller Schleier verdunkelte den Himmel. Das Jahr 1816 ging als das „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte ein – eine globale Klimakatastrophe mit Millionen von Betroffenen.

Super-Eruption veränderte die Welt

Was viele damals noch nicht wissen konnten: Der Auslöser des dramatischen Wetterumschwungs lag tausende Kilometer entfernt – in Indonesien. Dort hatte sich im April 1815 der Vulkan Tambora mit ungeheurer Wucht entladen. Die Eruption gilt als eine der heftigsten der letzten 2.000 Jahre. Rund 150 Kubikkilometer Gestein, Asche und Schwefelpartikel wurden in die Atmosphäre geschleudert.

Die Folge war ein feiner, weltumspannender Ascheschleier, der das Sonnenlicht blockierte und die Temperaturen weltweit um bis zu zwei Grad Celsius sinken ließ. Diese gering anmutende Temperatursenkung hatte nicht zuletzt deshalb dramatische Auswirkungen, da sie sich in einer Zeit bereits kühlerer Temperaturen ereignete: die sogenannte „Kleine Eiszeit“, die in Europa schon seit dem Spätmittelalter herrschte.

2151369785Vergrößern des Bildes
Karte der bedeutenden Vulkane in Indonesien. Das Land befindet sich auf dem Pazifischen Feuerring. (Quelle: PeterHermesFurian/getty-images-bilder)

„Achtzehnhundertunderfroren“

Besonders hart traf es Mitteleuropa und Nordamerika. In der Schweiz sprach man vom „Jahr ohne Brot“, in Deutschland von „Achtzehnhundertunderfroren“. Noch im Juni fiel Schnee, Juli und August brachten keine Erholung. Es gab Frost, Dauerregen und Hagel. In England, Frankreich und dem heutigen Deutschland kam es zu massiven Ernteausfällen.

Die Preise für Nahrungsmittel explodierten, Hunger machte sich breit. Die Menschen aßen Gras und Baumrinde, in Süddeutschland wurden Lagerhäuser geplündert, in England demonstrierten verzweifelte Bauern gegen Preiswucher. Auch in Nordamerika fiel Schnee mitten im Sommer, in Regionen, in denen eigentlich Mais und Weizen hätten wachsen sollen.

Not, Tod und neue Wege

Die Auswirkungen des Jahres 1816 reichten weit über das Wetter hinaus. Historiker sprechen von einer der schlimmsten sozioökonomischen Krisen des 19. Jahrhunderts. In der Not kam es vielerorts zu gesellschaftlicher Radikalisierung. Politische Proteste, Unruhen und Massenarmut waren die Folge.

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