„Zutiefst erschüttert und fassungslos“
Nach Niederlage: Judoka prügelt Gegner ins Krankenhaus
06.09.2026 – 22:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Akaki Japaridze hat einen Gast-Einsatz in Leipzig. Dann verliert der Georgier komplett die Beherrschung. Nun drohen drastische Folgen.
Die Judo-Bundesliga ist von einer Prügel-Attacke überschattet worden. Der Leipziger Gast-Kämpfer Akaki Japaridze aus Georgien prügelte den deutschen Olympia-Starter Timo Cavelius vom TSV Abensberg krankenhausreif.
Der Kämpfer des JC Leipzig ging am Samstagabend in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße unmittelbar nach Kampfende auf seinen Gegner los.
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Der unterlegene Georgier schlug dreimal mit der Faust auf den völlig überraschten Cavelius ein. Der Attacke des 24-jährigen Georgiers ging eine provozierende Jubel-Geste des fünf Jahre älteren Siegers aus Bayern voraus.
Gegner schwer getroffen
Cavelius verlor nach Informationen der „Leipziger Volkszeitung“ zwei Zähne und kam mit Kieferbruch in die Universitätsklinik, wo er noch am Abend operiert wurde. „Der DJB ist angesichts dieses Vorfalls zutiefst erschüttert und fassungslos“, teilte der Deutsche Judo-Bund mit. „Wer auf die Matte geht, vertraut seinem Gegenüber die eigene Unversehrtheit an. Dieses Vertrauen ist die Grundlage unseres Sports. Diese Tat hat nicht nur Timo schwer verletzt, sie trifft jede und jeden von uns, die wir Judo machen“, sagte Miryam Roper, Vorständin Leistungssport des DJB.
Der 29-Jährige bereitet sich auf die Olympischen Spiele 2028 vor und kann vorerst keine Ranglistenpunkte sammeln. „Nach aktuellem Stand wird Timo für längere Zeit ausfallen und damit auch die diesjährigen Weltmeisterschaften verpassen“, hieß es vom Verband.
Scheibel: „Dem Georgier sind die Sicherungen durchgebrannt“
„Dem Georgier sind die Sicherungen durchgebrannt. Das ist ein schrecklicher Einzelfall und hat nichts mit Leipzig und Abensberg zu tun – unsere Vereine verstehen sich gut. Wir finden es auch richtig, dass der Teamkampf nicht abgebrochen, sondern zu Ende geführt wurde“, sagte der Abensberger Trainer Manuel Scheibel der LVZ.

Die Leipziger entschuldigten sich umgehend und veröffentlichten eine Stellungnahme per Instagram: „Gewalt hat in unserem Sport keinen Platz. Als Judoka stehen wir für Respekt, Toleranz, Fairness und gegenseitige Achtung.“
Der 8:6-Sieg des Gastgebers gegen den bayerischen Serienmeister TSV Abensberg hatte vor dem Vorfall bereits festgestanden. Beide Kontrahenten standen sich innerhalb einer Stunde zum zweiten Mal gegenüber. Im ersten Duell des 90-Kilo-Limits hatte der Leipziger gewonnen. Die Sachsen müssen den Vorfall nun aufarbeiten. Dem Verein droht womöglich eine Geldstrafe, Gast-Kämpfer Japaridze vielleicht eine lebenslange Strafe durch den Weltverband. Er gehört erst seit dieser Saison zum Bundesliga-Team, kam erst zweimal zum Einsatz. Nach dem Kampf-Wochenende reist er wieder in seine Heimat zurück.