Wählerwanderung bei Sachsen-Anhalt-Wahl
An diese Partei verliert die AfD Wähler
06.09.2026 – 23:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Frühere Nichtwähler sorgen in Sachsen-Anhalt für den größten Stimmenzuwachs der AfD. Zugleich verliert die CDU viele Wähler an sie. Doch an eine Partei muss auch die AfD Wähler abgeben.
Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt besonders stark von der Mobilisierung früherer Nichtwähler profitiert. Nach der vorläufigen Wählerwanderungsanalyse von Infratest dimap für die ARD gewinnt die Partei aus diesem Lager im Saldo rund 170.000 Stimmen. Damit sind Menschen, die bei der vorherigen Landtagswahl nicht abgestimmt hatten, die wichtigste Quelle ihrer Zugewinne (Stand: 19.35 Uhr).
Wie groß dieser Zuwachs ist, zeigt der Vergleich mit den Wechselbewegungen zwischen den Parteien: Von CDU, FDP, Linken, SPD und Grünen gewinnt die AfD zusammengenommen im Saldo 121.000 Stimmen.
CDU verliert besonders viele Stimmen an die AfD
Unter den anderen Parteien verliert die CDU mit Abstand am stärksten an die AfD. Im Austausch zwischen beiden Parteien ergibt sich laut Infratest dimap ein Nettogewinn von 82.000 Stimmen für die AfD. Dahinter folgt die FDP, von der die AfD im Saldo 19.000 Stimmen gewinnt.
Auch von der Linken, der SPD und den Grünen wechseln unter dem Strich Wähler zur AfD. Allerdings verliert die AfD auch an eine Partei Wähler: an das BSW, nämlich 2.000 Stimmen.
Andere Parteien mobilisieren deutlich weniger Nichtwähler
Auch die CDU kann frühere Nichtwähler für sich gewinnen, allerdings in erheblich geringerem Umfang. Laut der Infratest-Auswertung beträgt ihr Nettogewinn aus diesem Lager rund 32.000 Stimmen – das entsprechende Plus der AfD ist mehr als fünfmal so groß. Schon die Verluste der CDU an die AfD allein übersteigen damit ihren Zugewinn aus dem Nichtwählerlager deutlich.
Hinzu kommen für die Christdemokraten Verluste an weitere Parteien. Im Saldo gibt die CDU laut der vorläufigen Analyse 17.000 Stimmen an die Grünen und 14.000 an die SPD ab. Weitere 11.000 Stimmen verliert sie an das BSW und 8.000 an die Linke.
Die Zahlen zur Wählerwanderung sind Schätzungen, keine Auszählung tatsächlich beobachteter Parteiwechsel. Grundlage sind unter anderem Befragungen und Wahlergebnisse; ausgewiesen werden Salden, bei denen gegenläufige Bewegungen bereits miteinander verrechnet sind. Die 170.000 Stimmen beschreiben somit den Nettogewinn der AfD aus dem Nichtwählerlager, nicht die Gesamtzahl aller früheren Nichtwähler, die dieses Mal AfD gewählt haben.