Jochen Schweizer
Gründer will sein Erlebnisgeschäft zurückkaufen
Aktualisiert am 16.06.2026 – 12:48 UhrLesedauer: 3 Min.
Jochen Schweizer gilt als Pionier des Erlebnisgeschäfts. Nun plant er rund um Skydiving und Bungee-Jumping einen Coup.
Der Gründer und Unternehmer Jochen Schweizer könnte womöglich das Erlebnisgeschäft von ProSiebenSat.1 zurückkaufen. „Ich wäre interessiert, aber nicht um jeden Preis“, sagte Schweizer am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters und fügte hinzu: „Denn ich müsste prüfen, wie sich der Wert meines vormals kerngesunden Unternehmens seit dem Verkauf 2017 an ProSiebenSat.1 entwickelt hat.“
Der frühere Extremsportler kann sich eine Übernahme unter bestimmten
Voraussetzungen vorstellen. „Ich wäre potenziell wahrscheinlich der logische Käufer, weil der größte Teil der Markenrechte ohnehin exklusiv bei mir liegt.“
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Seit der Übernahme durch den italienischen Großaktionär MFE im September will ProSiebenSat.1 sich voll auf das Kerngeschäft TV und Unterhaltung fokussieren. Deshalb will der Konzern seine Randaktivitäten fast ausnahmslos verkaufen. Der von MFE entsandte ProSiebenSat.1-Chef Marco Giordani sagte dem „Handelsblatt“, das Erlebnisgeschäft Jochen Schweizer Mydays passe einfach nicht gut zu Entertainment. „Daher glauben wir auch, dass es für dieses Geschäft eine bessere Heimat geben könnte.“ Aber man erwarte keinen kurzfristigen Verkauf. ProSiebenSat.1 äußerte sich nicht zu Schweizers Interesse und verwies auf die Aussagen von Giordani im Zeitungs-Interview.
Ein entscheidender Knackpunkt
Der ehemalige Stuntman Schweizer gilt als Pionier des Erlebnisgeschäfts, etwa mit Bungee-Jumping und Fallschirmspringen, Indoor Surfen oder Skydiving. Er baute das Geschäft ab den 80er Jahren stetig aus und bot ab 2004 im Internet Gutscheine für Erlebnisse an.
2017 verkaufte der Unternehmer die Mehrheit an seinem Erlebnis-Geschäft bei einem Firmenwert von 108 Millionen Euro an ProSiebenSat.1. Der TV-Konzern bündelte dies mit seiner eigenen Event-Tochter Mydays und übernahm fast 90 Prozent der Anteile, während Jochen Schweizer den Rest erhielt. Diese verbliebenen 10,1 Prozent an der Jochen Schweizer Mydays GmbH übernahm die Senderkette dann im April 2025 – der frühere Extremsportler stieg damit komplett aus.
Schweizer selbst hat aber auch weiter Geschäfte mit Gutscheinen und Erlebnissen betrieben. Nahe München hat er die Jochen Schweizer Arena aufgebaut, wo er Indoor- und Outdoorevents anbietet – vom Skydiving im Windkanal über Hochseilklettergarten bis zum Action-Kindergeburtstag.
„Ich wäre nicht Jochen Schweizer, wenn ich das so lassen würde“
Knackpunkt sind die Rechte an der Marke „Jochen Schweizer“, die weitgehend noch bei dem 68-Jährigen liegen. Einzige Ausnahme: Die Vermittlung von Gutscheinen für Angebote Dritter durch die ProSiebenSat.1-Tochter Jochen Schweizer Mydays. Wer also von ProSiebenSat.1 das Erlebnisgeschäft kauft, hätte nicht die gesamten Markenrechte.
„Wenn ich die Jochen Schweizer Mydays Group erwerben oder Teil eines Übernahmeprozesses werden würde, dann könnten wir den strategischen Fehler aus dem Verkauf korrigieren“, betonte der Unternehmer hierzu. „Ich wäre nicht Jochen Schweizer, wenn ich das so lassen würde, wie es ist.“
