Kritik an Jan Böhmermann
Umstrittene Szene: ZDF stellt sich hinter Kölner Moderator
15.10.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Jan Böhmermann steht wegen eines Ausschnitts aus seiner ZDF-Sendung im Umfeld der AfD in der Kritik. Nun stellt sich sein Sender hinter den Kölner Moderator.
Fast zwei Wochen nach der Ausstrahlung sorgt eine Szene aus dem in Köln produzierten „ZDF Magazin Royale“ für Streit. Beim ZDF-Fernsehrat sind nach Senderangaben inzwischen Programmbeschwerden im unteren dreistelligen Bereich eingegangen. Nun stellte sich der Sender hinter seinen Moderator Jan Böhmermann.
Auslöser der Empörungswelle ist ein Einspieler, in dem der Kölner auf einem blauen Simson-Moped mit weißem Helm von einem Lastwagen erfasst wird. Die Szene gilt als Anspielung auf den AfD-Politiker Ulrich Siegmund, der im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt ebenfalls auf einer blauen Simson-Schwalbe mit weißem Helm unterwegs war.
Siegmund äußerte sich am Mittwoch im Magdeburger Landtag zu dem Clip und sprach von „Gewaltfantasien niederträchtigster Art“.
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Kritik auf Szene aus Show von Jan Böhmermann: ZDF weist Kritik zurück
Das ZDF wies die Kritik daraufhin zurück. Das „ZDF Magazin Royale“ setze sich satirisch mit aktuellen Themen auseinander, erklärte eine Sendersprecherin. Dazu gehöre auch, „ironische Mehrdeutigkeit als Stilmittel zu nutzen, um Pointen zu erzeugen“.
Zudem habe sich das Motiv der „politisierten Marke Simson“ durch die gesamte Sendung gezogen, ohne auf bestimmte Personen Bezug zu nehmen. Das Gefährt sei auch im sogenannten „Cold Opener“ zu Staffelbeginn aufgetaucht.

Solche besonderen Einstiege gibt es laut ZDF jeweils in der ersten Sendung einer Staffel. Böhmermann sei dabei in der Vergangenheit bereits bei verschiedenen Aktionen „verunglückt“. Der Sender teilte außerdem mit, es werde geprüft, ob ein sogenanntes Mehrfachbeschwerdeverfahren eingeleitet wird.
Auch Böhmermann selbst nahm am Mittwoch Bezug auf die Debatte. Er kritisierte die aus seiner Sicht künstliche und politisch motivierte Aufregung. Auf Instagram schrieb er, hoffentlich komme eines Tages jemand darauf, „dass es die Kernstrategie rechtsextremer Alternativmedien ist, rechtsextremen Lügenquatsch im Internet zu verbreiten, so Empörung zu schüren und darauf zu setzen, dass ‘normale Medien’ alles einfach unkritisch abschreiben“.
Die betreffende Ausgabe des „ZDF Magazin Royale“ lief am 2. Oktober unter dem Titel „Wie die Kirche im Osten die AfD bekämpft“ und widmete sich der Rolle der Kirchen in Ostdeutschland.