Unglück auf dem Hochsitz

Eigene Waffe wird Jäger zum Verhängnis


06.11.2026 – 08:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Jäger hält sein Gewehr in der Abenddämmerung (Symbolbild): Zwei Jagdkollegen entdeckten den regungslosen Mann. (Quelle: Friso Gentsch/dpa)

Nach einer Drückjagd liegt ein 48-Jähriger tot auf seinem Hochsitz. Die Umstände geben zunächst Rätsel auf. Jetzt zeichnet sich ein tragischer Unfallhergang ab.

Nach dem Tod eines Jägers bei einer Drückjagd im Pfälzerwald gehen die Ermittler inzwischen von einem tragischen Unfall aus. Der 48-Jährige wurde offenbar durch Schüsse aus seiner eigenen Waffe getötet. Das geht aus dem Obduktionsergebnis hervor, wie unter anderem der Südwestrundfunk (SWR) unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet. Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es bislang nicht.

Der Mann war am Dienstag bei einer sogenannten Drückjagd nahe Johanniskreuz im Landkreis Kaiserslautern mit mehr als 180 Menschen unterwegs. Bei dieser Jagdform verteilen sich die Schützen auf feste Positionen im Wald, während Treiber und Hunde das Wild langsam in Bewegung setzten. Gegen 11 Uhr entdeckten Zeugen den Mann regungslos auf seinem etwa zwei Meter hohen Jagdsitz. Ersthelfer vor Ort leiteten Wiederbelebungsmaßnahmen ein, die sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortsetzten.

  • Nahe deutscher Grenze: Jäger schießt Kollegen in den Kopf – tragisches Ende
  • Unterwegs in Waldstück: 23-Jähriger stirbt bei Jagd auf Wildtiere

Jäger tot im Wald: Zwei Kugeln

Die Obduktion ergab nun, dass zwei Geschosse von unten in die Körperseite des Mannes eingedrungen und oben im Halsbereich wieder ausgetreten waren. Nach dem vorläufigen rechtsmedizinischen Gutachten waren die Schussverletzungen tödlich.

Medienberichten zufolge vermuten die Ermittler, dass der Jäger auf seinen Hochsitz stand, während sich seine doppelläufige Waffe entweder unten stand oder herunterfiel. Durch eine vemutete Erschütterung könnten sich unbeabsichtigt Schüsse aus beiden Läufen gelöst haben. Die genaue Abfolge ist noch nicht abschließend geklärt.

Bei der gleichen Jagd wurde zudem ein anderer Jäger von einem Wildschwein angegriffen und schwer verletzt. Nach Polizeiangaben von Dienstag bestand zwischen den beiden Vorfällen keinen Zusammenhang. Nach dem tödlichen Unglück sollten zunächst sämtliche weiteren Bewegungsjagden bis Sonntag ausfallen. Inzwischen hat Landesforsten die Absage aufgehoben, wie das rheinland-pfälzische Umweltministerium dem SWR mitteilte.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version