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Jäger erschießt Rekord-Vogel

wochentlich.deBy wochentlich.de11 Januar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Jäger erschießt Rekord-Vogel
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Was Jäger im 17. Jahrhundert angerichtet haben, versuchen Wissenschaftler aktuell wieder gut zu machen. Jetzt staunten sie zunächst – und trauerten dann.

Wissenschaftler eines speziellen Artenschutzprogrammes trauern um einen besonderen Jungvogel. Wie die Experten im Internet mitteilten, hat ein junger Waldrapp zunächst Großes vollbracht, dann wurde er erschossen.

Bei dem „Life“-Projekt arbeiten zehn Partner aus vier Ländern zusammen, um in Europa wieder Waldrappe anzusiedeln. Der Vogel war im 17. Jahrhundert in Folge exzessiver Bejagung aus Mitteleuropa verschwunden. Jetzt gibt es wieder Populationen, auch am Bodensee brüten wieder Waldrapp-Paare.

Waldrapp Knubbel verlor im Dezember Kontakt zu Artgenossen

Im vergangenen Sommer schlüpfte dort ein Waldrapp-Weibchen, das die Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien Knubbel nannten. Die Forscher statteten den Jungvogel mit einem GPS-Sender aus und konnten so seinen Weg während der Herbstmigration verfolgen.

Im Winter verlor Knubbel in Norditalien den Kontakt zu seinen Artgenossen. So etwas kann schon einmal vorkommen: Wie die Forscher schreiben, nehmen unbegleitete junge Waldrappe dann meist einen Süd-West-Kurs und fliegen so lange, bis sie irgendwann Andalusien erreichen und wieder Anschluss finden.

Der Rekordflug: 760 Kilometer nonstop übers Mittelmeer

Im Fall Knubbel hatten die Wissenschaftler große Hoffnung, denn der Vogel schaffte Beachtliches. „Seine unglaubliche Leistung hat diesen Vogel zu einer Persönlichkeit gemacht“, heißt es auf der Waldrapp-Projektseite. Knubbel verließ am 15. Dezember zunächst zwischen Genua und La-Specia das italienische Festland, machte abends nach 470 Kilometern Flug auf Korsika Rast.

Am nächsten Tag, dem Rekordtag, ging es um 9 Uhr morgens los. Knubbel flog 760 Kilometer nonstop über das Mittelmeer, nördlich an Menorca und Mallorca vorbei, immer weiter, bis endlich, lange nach Sonnenuntergang, eine Ölplattform knapp vor der Festlandküste Spaniens auftauchte. „Es ist die längste Tages-Flugdistanz, die jemals bei einem Waldrapp dokumentiert wurde“, zeigten sich die Wissenschaftler fasziniert. Doch: „Leider nimmt dieser Rekordflug von Knubbel ein trauriges Ende.“

Vogelexperten wollen den Fall anzeigen

Nachdem sich der Vogel in den folgenden Tagen in der Region um den spanischen Ort Calanda in der Region Aragón aufgehalten hatte, wiesen die GPS-Daten laut den Forschern dann plötzlich zunächst auf eine Verletzung und schließlich auf seinen Tod hin.

Regionale Naturschutzbeamte hätten Knubbel schließlich geortet und gefunden. „Eine forensische Untersuchung stellte den Tod durch Abschuss fest“, heißt es im Text weiter. „Knubbel ist der erste illegal abgeschossene Waldrapp aus unserer Population in Spanien. Leider zeigt der Fall in tragischer Weise, dass die illegale Vogeljagd nicht nur in Italien eine große Bedrohung für die Artenvielfalt darstellt.“

Man werde den Fall von Wilderei auf jeden Fall zur Anzeige bringen. „Wir hoffen auf Ermittlungen durch die spanische Justiz und Unterstützung durch die spanischen Jagdverbände.“

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