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Das erste Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft letzte Woche im Südkaukasus spiegelt die ausgedehnten Konturen Europas wider, geografisch, politisch und strategisch.
Das Treffen in Armenien war eine Reaktion auf die globale Instabilität, zu der auch zunehmende Handelsspannungen mit den Vereinigten Staaten gehören. Donald Trumps Drohung mit Zöllen von 25 % auf europäische Autos hat dazu geführt, dass Brüssel darum ringt, ein fragiles transatlantisches Abkommen zu retten, das letzten Sommer ausgehandelt wurde.
Während sich globale Allianzen verändern, wird Europa zu einem Raum, dem andere beitreten, sich anschließen oder ihn umkreisen möchten, von Kanada bis zum Vereinigten Königreich, von Island bis zum Balkan.
Wird Europa wirklich zu einer unabhängigen Weltmacht? Sollte die EU auf Druck von außen mit einer tieferen Integration reagieren?
Dies waren einige der Fragen, die von zwei Mitgliedern des Europäischen Parlaments diskutiert wurden: dem Deutschen Damian Boeselager, der Volt Europe vertritt und mit den Grünen tagt, und dem Österreicher Helmut Brandstätter von Renew Europe.
In einer Zeit tiefgreifender geopolitischer Veränderungen diskutierten sie darüber, wie man enger zusammenarbeiten und Maßnahmen koordinieren kann, um die demokratische Widerstandsfähigkeit innerhalb und außerhalb Europas zu stärken, die militärische Stärke zu verbessern und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Beide begrüßten die Teilnahme außereuropäischer Länder wie Kanada an der EPC-Konferenz – einem Land mit britischen politischen Traditionen und französischer Kultur – sowie die Beteiligung deutscher Einwanderer, wie Brandstätter betonte.
In einer Rede vor den EPC-Delegierten hatte der kanadische Premierminister Mark Carney erklärt, er sei entschlossen, nach dem Verlust der US-Märkte unter Donald Trump ein neues Netzwerk aus Handels- und diplomatischen Allianzen aufzubauen.
Carneys Anwesenheit war auch ein Zeichen westlicher Unterstützung für die Demokratie in Armenien bei ihren Bemühungen, sich von Russland zu distanzieren, zu einer Zeit, in der Washingtons Haltung gegenüber Moskaus Gegnern wie der Ukraine bestenfalls zweideutig ist.
Kanadische Diplomaten haben Vorschläge abgelehnt, Ottawa könnte eine EU-Mitgliedschaft anstreben, aber sowohl Boeselager als auch Brandstätter waren dafür.
Diese Episode von „The Ring“ wird von Stefan Grobe moderiert, von Luis Albertos und Amaia Echevarria produziert und von Vassilis Glynos bearbeitet.
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