Kurz vor der WM 2026

Fifa-Gipfel in Kanada: Irans Fußballpräsident an Einreise gehindert

30.04.2026 – 20:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Mehdi Tadsch (M.): Der Präsident des iranischen Fußballverbandes hat es nicht zum Kongress in Vancouver geschafft. (Quelle: Saeid Zareian/dpa/dpa-bilder)

Der Präsident des iranischen Fußballverbands scheitert bei der Einreise nach Kanada – wenige Wochen vor der WM. Zum Hintergrund gibt es unterschiedliche Berichte.

Der iranische Fußballverbandspräsident Mehdi Tadsch ist an der Einreise nach Kanada gehindert worden – und damit beim Fifa-Kongress in Vancouver nicht erschienen. Sein Visum war laut dem Portal „Iran International“ zunächst ausgestellt, dann aber wieder entzogen worden, weil Tadsch Verbindungen zur iranischen Revolutionsgarde haben soll. Diese gilt in Kanada als terroristische Vereinigung.

Neben Tadsch sollen laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim noch zwei weitere Funktionäre in Toronto an der Einreise gescheitert sein. Tasnim berichtete zudem, die Funktionäre seien bei ihrer Ankunft von der Einwanderungsbehörde beleidigt worden. Daraufhin habe die Delegation beschlossen, die Teilnahme abzusagen und zurückzufliegen. Der iranische Verband hatte das Fehlen seiner Vertreter zuvor gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit Visaproblemen begründet.

In Vancouver trafen sich Vertreter der 211 Fifa-Mitgliedsverbände zum letzten Kongress vor der Weltmeisterschaft. Als die Länder zu Beginn der Vollversammlung einzeln aufgerufen wurden, fehlte der Iran. Fifa-Generalsekretär Mattias Grafström bezeichnete die Delegation als „abwesend“.

Kanadas Außenministerin Anita Anand wurde von US-Medien damit zitiert, dass ihrem „Verständnis“ nach iranischen Funktionären die Einreise „unbeabsichtigt“ verwehrt worden sei. Die Pressestelle von Einwanderungsministerin Lena Diab erklärte: „Wir können Einzelfälle aus Datenschutzgründen nicht kommentieren, aber die Regierung war klar und beständig: IRGC-Funktionäre sind nicht zulassungsfähig in Kanada und haben keinen Platz in unserem Land.“

Für Tadsch ist es nicht das erste Mal, dass ein Visum zum Problem wird. Im Dezember hatte er ohne US-Visum nicht an der WM-Auslosung in Washington teilnehmen können. Auch beim Kongress des asiatischen Kontinentalverbands AFC zu Wochenbeginn fehlten iranische Vertreter. Dort wurde angekündigt, Fifa-Präsident Gianni Infantino solle die iranischen Funktionäre für die WM-Qualifikation ehren, „sobald sie ankommen“.

Der Iran ist für die WM in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert, die am 11. Juni beginnt. In der Gruppenphase trifft das Team auf Neuseeland, Belgien und Ägypten – die Spiele sind in Los Angeles und Seattle angesetzt. Seit Wochen steht die Frage im Raum, ob der Iran angesichts des Kriegs mit den USA an dem Turnier teilnehmen wird.

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